Bild 1: Professionelle Webtexte

Bild 1: Professionelle Webtexte

Jeder Buchautor, jeder Journalist muss sich heutzutage zwangsläufig mit den Mechanismen des Onlinemarketings auseinandersetzen. Ob es dabei um mehr Absatz für die eigenen Werke, die Vermarktung einer freiberuflichen Tätigkeit oder die Empfehlung für potenzielle Arbeitgeber geht: Die Mechanismen dahinter sind stets die gleichen. Immer mehr Text-Kreative betreiben eine eigene Homepage oder einen eigenen Blog, um Leser und Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Beispielhaft seien an dieser Stelle die Autoren-Weblogs www.benutzerfreun.de, www.online-marketing-recht.de oder der Journalistenblog von Richard Gutjahr genannt. Diese leben vor, wie sich Autoren im Internet-Zeitalter erfolgreich selbst vermarkten können. Auch mein eigener Blog www.blogprofis.de dient vergleichbaren Zwecken. Textern jeglicher Art stehen damit viel mehr und viel günstigere Werbe-Möglichkeiten zur Verfügung, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Einen Blog aufzusetzen oder aufsetzen zu lassen, das ist kein Hexenwerk. Und mit guten Inhalten gelangen die interaktiven Portale schnell zu einiger Aufmerksamkeit. Suchmaschinen lieben Weblogs und vergleichbare dynamisch wachsende Webseiten, wenn man ein paar grundsätzliche Regeln beachtet. Doch genau hierin liegt oftmals das Dilemma: Autoren und Journalisten mögen perfekt darin sein, für ihr Medium Buch oder Print zu schreiben. Dass man sich mit Google-wirksamen Onlinetexten weit schwerer tut, das will hingegen kaum jemand zugeben. Denn erfolgreicher Web-Content hat seine ganz eigenen Regeln.

Was man beim Schreiben für’s Web beachten sollte:

  • Web-Content bedarf einer bestimmten Struktur, um für Suchmaschinen bestmöglich „lesbar“ zu sein.
  • Ebenso dürfen gestalterische Elemente wie speziell formatierte Teaser, Zwischenüberschriften aber auch Bilder und ähnliches mehr nicht fehlen. Was  in einer gedruckten Version gut aussehen mag, das funktioniert online noch lange nicht.
  • Ganz profane Fragen kommen hinzu: Wie lange darf ein Text im Internet sein, und wie lange nicht? Wann macht man aus einem einzelnen Beitrag besser eine Artikelserie? Wie sieht es mit der optimalen Gestaltung von Seitenüberschriften, der Pflege von Metadaten, Suchmaschinen-gerechten Schriftauszeichnungen und weiterem mehr aus?
  • Die richtige Kategorisierung, Verschlagwortung, die effiziente Weiterleitung an soziale Netzwerke: All das sind weitere spezifische Web-Faktoren, die über den Erfolg oder Misserfolg von Onlinetexten entscheiden.
  • Periphere Aspekte kommen hinzu: Was darf ich Online, und was nicht? Welche Gefahren drohen bei der Web-Publikation, wenn es um Themen wie Urheberrechte, Bildrechte, Wettbewerbs-Richtlinien oder die Impressumspflicht geht?

Keine Angst, all das kann man lernen. Egal ob es sich hierbei um professionell gestaltete Webtexte oder um das Basiswissen zu Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Social Media handelt. Hinzu kommt: Die wichtigste Säule für den Onlineerfolg ist nach wie vor, den Lesern im World Wide Web Inhalte mit Mehrwert zur Verfügung zu stellen. Und wer wäre prädestinierter dafür, diese Aufgabe mit Bravour meistern zu können, als Autoren und Journalisten.

Einige erste Hinweise möchte ich Ihnen mit auf den Weg geben, was wirkungsvolle Onlinetexte ausmacht. Sie werden sehen, allzu groß fallen die Unterschiede im Vergleich zur Offline-Welt gar nicht aus.

Guter Web-Content ist stets:

  • Offen: Nur wer sein – möglichst exklusives – Fachwissen oder zumindest Teile davon online preisgibt, der findet Gehör. Und auch nur dann spricht sich ein Beitrag herum beziehungsweise wird verlinkt, in den sozialen Netzwerken oder bei anderen Bloggern und Portalbetreibern. Schaut man sich die Definition der zugehörigen Disziplin „Content Marketing“ an, so steht die Weitergabe von nützlichen Informationen und weiterbringendem Wissen im Vordergrund (Wikipedia). Expertenbildung und Online-Reputation sind das Ziel, nicht die reine Selbstdarstellung.
  • Vielfältig: Zu einer solchen Offenheit gehört aber auch, andere Personen, Autoren und Spezialisten in ihrem jeweiligen fachlichen Gebiet zu Wort kommen zu lassen. Beispielsweise über Gastbeiträge oder Experteninterviews. Somit wird Ihr Portal sehr viel schneller bekannt werden und es bleibt spannend sowie authentisch. Veröffentliche ich auf meinen eigenen Portalen entsprechende Inhalte, so merke ich dies regelmäßig an den ansteigenden Besucherzahlen. Aber auch an neuen Social Media-Kontakten, die von da an dauerhaft mitlesen.
  • Nicht werblich: Dieser Punkt geht in eine ähnliche Richtung. Natürlich wollen und dürfen Sie am Rand auf Ihre Bücher oder Leistungen eingehen. In den eigentlichen Beiträgen hat die Eigenwerbung jedoch nur ab und an etwas zu suchen. Dies möglichst gar gekennzeichnet als Artikel der Art „In eigener Sache: …“. Das Trennungsgebot zwischen redaktionellen und werblichen Inhalten gilt ebenso für Ihre eigene Homepage. Berücksichtigt man diesen Hinweis der Nicht-Werblichkeit, so wird Ihre „Gefolgschaft“ schnell wachsen: Regelmäßig wiederkehrende Besucher sowie Social Media Fans und –Abonnenten, gegebenenfalls Newsletter-Leser und mehr.
  • Beständig: Portale wie Blogs sind deswegen so erfolgreich, weil darin regelmäßig neue Beiträge veröffentlicht werden. Idealerweise zwei bis drei Mal pro Woche, und jeweils in ausführlicher Form (ab etwa 400 Wörter aufwärts). Rein statische Webseiten (Mit „Über mich“, „Bücher/Leistungen“, „Kontakt“, „Impressum“ und mehr nicht) erreichen nur einen Bruchteil der Reichweite.
  • Informativ und aktuell: „Was soll ich zwei/drei Mal die Woche schreiben?“ werden Sie sich nun möglicherweise fragen. Gerade im Fachbuchbereich bieten sich hierfür unzählige Möglichkeiten. Nehmen Sie einzelne Tipps aus Ihren Büchern als Grundlage, und vertiefen sie diese. Oder beleuchten sie aus einem anderen Blickwinkel/für eine spezifische Zielgruppe. Greifen Sie aktuelle Trends und Themen rund um Ihr Spezialgebiet auf. Berichten Sie über Praxisfälle oder Veranstaltungen aus Ihrem Arbeitsalltag. Die Arbeiten mit Beitragsserien oder den bereits erwähnten Interviewformaten gehört ebenfalls hierzu. Auch einem Journalisten werden die Themen nie ausgehen. Hierbei ist Storytelling angesagt: Wer informative und/oder unterhaltsame Geschichten zu erzählen hat, der wird gerne gelesen. Sie müssen in diesem Zusammenhang das Rad keineswegs neu erfinden. Lesen Sie regelmäßig die Blogs anderer spannender Autoren. Besser und schneller gelangt man kaum an neue Inhaltsideen.
  • Persönlich: Das Web lebt von der persönlichen Note, die es zu setzen gilt. Gerade beim Onlineauftritt von Medienschaffenden, Kreativen und Freiberuflern muss man stets wissen, wer da schreibt, und warum. Dazu gehört ein prominent in jedem Beitrag gesetztes Autorenprofil mit Foto, einer kurzen Vita, der Einbindung von eigenen Seiten in den sozialen Netzwerken sowie der Nennung einer direkten, persönlichen Kontaktmöglichkeit bzw. E-Mail-Adresse. Sie finden, dass dieser Tipp selbstverständlich ist? Leider wird er oft genug nicht berücksichtigt.
  • Mutig und emotional: Schreiben Sie auch über kontroverse Themen. Lassen Sie Ihren persönlichen Standpunkt erkennen, selbst wenn dieser nicht immer bei allen Lesern auf Gegenlieben stoßen mag. Die meisten erfolgreichen Portale tragen eine eigene, unverwechselbare Handschrift. Selbst im Fachbuch-Umfeld kann man rege Diskussionen anstoßen. Und sei es nur über den Sinn oder Unsinn einer neuen Technologie. Blogs sind interaktiv, und Ihre Leser werden Ihnen darin die Meinung sagen. Diese wird nicht immer sehr schmeichelhaft ausfallen. Das sollte man aushalten können. Doch je mehr Interaktion auf Ihrem Portal stattfindet, umso eher dient dies der Leserbindung. Google freut sich aus SEO-Sicht genauso über die nutzergenerierten Inhalte.
  • Verständlich und zielgruppenorientiert: Über die Kommentare oder die Kennzahlen „welcher Beitrag wird wie oft gelesen/in den sozialen Netzwerken weiterverteilt“ erfahren Sie viel darüber, was Ihre Leser interessiert und was weniger. Richten Sie sich danach. Schauen Sie diesbezüglich ebenfalls, über welchen Wissensstand die Onlinebesucher üblicherweise verfügen, welche Fragen diese von Ihnen beantwortet haben möchten etc.
  • Einzigartig: Sehr wichtig für die Suchmaschinenoptimierung aber auch den zu generierenden Mehrwert ist es, Beiträge zu veröffentlichen, die es nicht bereits an anderer Online-Stelle gibt. Die Suchmaschinen mögen keine doppelten Inhalte (In der Fachsprache „Duplicate Content“ genannt). Bereits bestehende Inhalte sollten so umgeschrieben und ergänzt werden, dass keine Person diese als Kopien erkennt. Dann sind auch Google & Co. nicht „böse“. Offlinetexte lassen sich natürlich in Onlinetexte umwandeln. In diesem Fall gilt es jedoch die eingangs erwähnten Web-Spezifika zu berücksichtigen. In der Regel muss man jeden Printtext zumindest grob überarbeiten und kürzen/prägnanter machen, bevor man ihn im Internet veröffentlicht.

Natürlich kann dieser Beitrag nur einen sehr groben Einstige in die Thematik bieten. Gerade eher technische Spezifika guter Webtexte kommen an dieser Stelle zu kurz. Und dennoch: Verinnerlichen Sie die genannten Punkte, so werden Sie nicht nur deutlich schneller zum Online-Erfolg gelangen. Es wird Ihnen zudem auch noch mehr Spaß machen. Und „Spaß“ ist schließlich die wichtigste Voraussetzung, um die eigenen Botschaften erfolgreich an möglichst viele Leser bringen zu können.

Wenn Sie Ihre Webtexte mit genauso viel Engagement und Verve verfassen, wie Ihre Bücher und journalistischen Beiträge, dann steht der nachhaltigen Selbstvermarktung nichts mehr im Wege. Zumal bislang ein weiterer Vorteil hinzukommt: Leider  – oder für Sie zum Glück – setzen nur wenige Text-Kreative derzeit auf das Medium Blogs & Co., um Onlinepräsenz zu zeigen. Je früher Sie selbst mit einem vergleichbaren interaktiven Auftritt beginnen, umso erfolgreicher werden Sie damit agieren können.

Professionell Webtexte

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Weitere Anregungen für gut gestaltete Webtexte finden Sie im Handbuch Professionelle Webtexte: Handbuch für Selbständige und Unternehmer.

Autorenfoto: © Christine Halina Schramm