SharepointInsbesondere im Vergleich mit dem Vorgänger „SharePoint Server 2010“ hat sich in Bezug auf die Oberfläche des Systems eher wenig verändert – somit halten sich die Neuerungen auf der Benutzeroberfläche „in Grenzen“. Der
Schwerpunkt liegt hier eindeutig auf den systeminternen Komponenten, die jedoch an einigen Stellen optimiert wurden. Zudem fand eine Anpassung der Architektur des SharePoint-Systems statt, um auf diese Weise die Basis zur Bereitstellung neuer Dienste (z. B. Cloud-Services) abbilden zu können. Äußerlich sichtbare Schwerpunkte sind der Ausbau der Zusammenarbeit mit bestehenden Diensten wie Twitter oder Facebook, der Einsatz und die Verwaltung mobiler Geräte und die schon erwähnte Unterstützung der Nutzung spezieller Dienste wie Cloud-Services.

Im Vergleich mit dem SharePoint Server 2007 ändert sich bei der Bedienung des Systems im Gegensatz zur Version 2010 jedoch sehr viel, was insbesondere mit dem Einsatz der Ribbons zusammenhängt, die es in dieser Form ja bei der 2007-Version noch nicht gab.

Alles App, oder was?

Ein neues Merkmal von SharePoint 2013 (zumindest was den Namen und die Verwaltung angeht) stellen die App-Dienste mit dem dazugehörigen Marketplace für Apps (Marktplatz für Anwendungen) dar. So fällt beim ersten Kontakt mit SharePoint 2013 auf, dass dort auch Listen, Bibliotheken usw. als Apps bezeichnet und eingebunden werden.

Dabei ist eine SharePoint-App eine Anwendung auf Basis von HTML, JavaScript, CSS o. Ä., die in die SharePoint-Umgebung eingebunden wird. Mit der Umsetzung des aus dem mobilen Bereich bereits seit Längerem bekannten Konzept zur Anwendungsintegration steht eine wesentliche einfachere Form zur Verfügung, um selbst erstellten Programmcode in eine SharePoint-Umgebung zu integrieren. Dabei kann der Funktionsumfang einer App
sehr stark variieren; sowohl eine Funktion zur Integration einer Druckausgabe als auch eine komplette Anwendung (z. B. ein System zur Reisekosten-Verwaltung) kann als App angeboten und integriert werden. Hier wird der Markt sicherlich zukünftig sehr interessante und nützliche Zusatzdienste erwarten.

In Bezug auf die Ablage oder Verfügbarkeit der Apps stehen in SharePoint 2013 zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder werden die Apps intern auf einem speziell dafür eingerichteten Dienstserver (Corporate Marketplace) abgelegt oder die Apps werden in Form eines Cloud-Dienstes, und damit auf einem externen System (Global Marketplace), verfügbar gemacht. Beiden Verteil-Szenarien gleich ist, dass damit eine saubere Trennung zwischen dem SharePoint-Standard und den Zusatzoptionen sichergestellt wird und Zusatzanwendungen vollkommen isoliert vom Produktivsystem laufen.

Die Funktion des Global Marketplace ist vergleichbar mit dem iTunes-Store der Firma Apple, wo ebenfalls (meistens) gegen Gebühr entsprechende Anwendungen angeboten werden.

Entwicklung

Mit der Unterstützung von Microsoft .NET Framework, Microsoft Workflow Foundation und Windows Azure Workflow Engine stellt SharePoint 2013 eine optimale Plattform für die Anwendungsentwicklung dar. Beim Einsatz des Zusatzproduktes SharePoint Designer 2013 besteht unter SharePoint 2013 die Möglichkeit, dass beispielsweise bei der Festlegung von Abläufen (Workflows) auch Programmschleifen eingesetzt werden, was bisher nur bei Workflows möglich war, die mit anderen Zusatzprodukten (z. B. Visual Studio) erstellt wurden.

Das Zusatzprodukt SharePoint Designer wird von Microsoft kostenfrei zum Download angeboten.

Office-Integration

Der Einsatz der Bürosuite von Microsoft (Office) war schon in SharePoint 2010 von einem sehr hohen Integrationsgrad geprägt. Diese Integration wurde in SharePoint 2013, insbesondere zusammen mit der Version 2013 der Office-Produkte, noch einmal wesentlich verfeinert und optimiert.

HINWEIS: Die Office Web Apps, die es auch bereits bei früheren SharePoint-Versionen gab, werden nicht mehr als separater Dienst eingesetzt, sondern müssen unter SharePoint 2013 auf einem separaten System zur Verfügung gestellt und können nicht mehr als zusätzlicher Dienst in eine bestehende SharePoint-Farm integriert werden.

Twitter, Facebook und Co.

Mit speziellen Anpassungen und der Implementierung entsprechender Standard-Schnittstellen wurde in SharePoint 2013 die Basis gelegt, um beispielsweise externe Dienste wie Twitter, Facebook und Ähnliche in eine solche Umgebung zu integrieren. Dabei wurde die Anbindung bzw. die Integration von Fremdsystemen von Microsoft bei der Entwicklung von SharePoint 2013 mit Unterstützung von Standards wie OAuth (Open Authentication) oder auch OData (Open Data Protocol) implementiert. Durch diese Implementierung wird beispielsweise der Zugriff auf externe Datenquellen über BCS (Business Connectivity Services) und auch der Zugriff auf eine SharePoint-Umgebung mittels mobiler Geräte oder über einen Webbrowser wesentlich vereinfacht.

HINWEIS: Bei OAuth und OData handelt es sich um Standardprotokolle, die zum einen (OAuth) eine sichere Autorisierung (Trennung zwischen Anwender und Funktion) verschiedener Systeme und zum anderen (OData) über eine Web-Schnittstelle den Zugriff auf bestimmte Daten ermöglichen.

. . . von SkyDrive und Clouds

Es wurde bereits darauf verwiesen, dass SharePoint in der Version 2013 einen großen Schritt „Richtung Cloud“ gemacht hat. Nicht nur, dass mit SharePoint 2013 bestimmte Funktionen (z. B. Dienste wie Global Marketplace) oder auch Daten in der Cloud abgelegt werden können, sondern auch der Datenaustausch mit anderen Diensten in der Cloud wurde wesentlich vereinfacht. Bemerkbar macht sich dies bei SharePoint 2013 durch den Einsatz offener Webstandards und die modulare und serviceorientierte Architektur (SOA = Service-Oriented Architecture). Damit ergibt sich zwangsläufig, dass bestimmte Dienste auf separate Systeme ausgelagert werden müssen (z.B. Workflow Server, App Server).

Der Begriff Cloud (Wolke) wird teilweise inflationär verwendet und ist heutzutage ein Sammelbegriff für jedwede Form einer Speicherung von Daten oder Informationen außerhalb eines lokalen Netzwerks. Auch wenn es bei der Anwendung der verschiedenen Optionen teilweise sehr gute Ansätze gibt, kann man schon sagen, dass es sich um einen „Modebegriff“ für verschiedene Themenbereiche handelt, die nicht selten aus Marketinggründen in Produkten oder Produktbezeichnungen enthalten sind.

Zur Abbildung der Funktionalitäten eines Cloud-Dienstes kommt der Microsoft-eigene Online-Dienst SkyDrive zum Einsatz. Dieser kommt insbesondere auch zum Einsatz beim Synchronisieren der Daten zwischen dem lokalen Arbeitsplatz und dem Server (sobald der Anwender wieder „online“ ist). Bisher trug das Produkt den Namen SharePoint Workspace, diese Funktion wurde in SharePoint Server 2013 durch SkyDrive Pro ersetzt. Darüber hinaus steht in SharePoint Server 2013 mit SkyDrive Pro eine abgewandelte Variante zur Verfügung, die für den internen Einsatz in einem lokalen Netzwerk konzipiert wurde. Die Daten und Informationen liegen bei SkyDrive Pro auf internen Speichersystemen, und auch die gesamte Verwaltung findet intern (innerhalb einer Firma oder Organisation) statt. Der einfachste Zugriff bzw. die einfachste Nutzung von SkyDrive Pro erfolgt über die Bibliothek innerhalb einer MySite (Zugriff beispielsweise auf einer Webseite über den Punkt SkyDrive im rechten oberen Menübereich; neben Newsfeed).

Soziale Netzwerke

Die Begriffe Soziales Netzwerk oder auch Social Media sind Schlagworte, bei denen es darum geht, dass mit technischen Hilfsmitteln eine Kommunikationsbasis geschaffen wird. Sie soll es den Teilnehmern eines solchen Netzwerks ermöglichen, nahezu beliebige Daten und Informationen auszutauschen.

Unabhängig davon, dass man sich darüber streiten kann, ob ich auf elektronischem Weg kommunizieren kann (Nach meiner Ansicht gibt es bei einer Kommunikation kein Ersatz für ein persönliches Gespräch!), stehen mit den Möglichkeiten einer SharePoint-Umgebung verschiedene Optionen eines digitalen Datenaustauschs zur Verfügung. Neben Funktionen wie SkyDrive (siehe oben) stehen in SharePoint Server 2013 die bereits bekannten Merkmale wie Blog (jetzt auch als Microblog), Wiki oder auch Diskussionsforum zur Verfügung. Darüber steht mit dem Merkmal Newsfeed für jeden Benutzer eine zentrale Plattform bereit, auf der die diversen Informationen gesammelt verfügbar gemacht werden können.

Als eine spezielle Form sozialer Netzwerke kann in SharePoint Server 2013 ein Produkt integriert werden, dessen Technologie die Firma Microsoft vor einigen Jahren durch einen Firmenzukauf erworben hat. Dabei liegt der Schwerpunkt dieses Produkts namens Yammer ganz klar auf dem internen Einsatz in einer Firma oder einer Organisation (also anders als der Fokus von Systemen wie beispielsweise Facebook).

Microsoft SharePoint 2013

Microsoft SharePoint 2013

Dieser Artikel ist zu großen Teilen ein Ausschnitt aus dem Buch Microsoft SharePoint 2013.