SharepointMit SharePoint 2013 gehen eine Reihe von Neuerungen einher. Von der Nutzung mobiler Endgeräte über das Thema Web Content Management bis hin zu der Suche beleuchtet dieser Artikel eine Reihe von Updates.

SharePoint wird mobiler!

Die Nutzung mobiler Endgeräte (z. B. Smartphone, Tablet) für den Zugriff auf eine SharePoint-Umgebung war zwar grundsätzlich auch mit den Vorgängerversionen bereits möglich, aber in SharePoint 2013 wurden diese Möglichkeiten noch einmal wesentlich erweitert und optimiert, indem dort verschiedene Betriebssysteme mobiler Geräte und auch die gängigsten Webbrowser unterstützt werden.

Für Geräte mit den Betriebssystemen Windows Phone (ab 7.5), iOS (ab 4) oder Android (ab 4.0) erfolgt eine spezielle Bereitstellung der SharePoint-Information in HTML5; bei anderen Geräten erfolgt die bekannte HTML-Darstellung. Neu ist der mögliche Einsatz gerätespezifischer Seitenlayouts, sodass unterschiedliche Geräte speziell konfiguriert werden können. Mit Verwendung eines speziellen Push-Dienstes lassen sich Hinweise auf Änderungen auf bestimmten Seiten der SharePoint-Umgebung automatisiert an mobile Geräte versenden.

Web Content Management

Wie an anderer Stelle auch, so wurden im Bereich Web Content Management (WCM) einige Detailverbesserungen „unter der Motorhaube“ von SharePoint 2013 vorgenommen. So wurde beispielsweise das Konzept der „Channels“ eingeführt, mit dem es jetzt beim Entwickeln oder Anbieten von Webinhalten möglich ist, je nach Endgerät unterschiedliche Darstellungen anzubieten (z. B. unterschiedliche Layouts), um so beispielsweise optimierte Sichtweisen zu erzielen.

Im Gegensatz zu früheren SharePoint-Versionen ermöglicht SharePoint 2013 durch die strikte Trennung von Layout, Inhalt und Funktion eine sehr einfache und schnelle Möglichkeit, neue Webseiten zu erstellen. Layouts können beispielsweise von Web-Designern entworfen und müssen dann von den Anwendern in SharePoint integriert werden, um darauf aufbauend neue Webinhalte zu veröffentlichen. Dabei sind die Verbesserungen im Bereich WCM sowohl globaler Natur, aber auch viele Änderungen in den Details vereinfachen die Arbeit insbesondere für den Anwender entsprechender Webseiten, der Inhalte pflegt. So ist es beispielsweise möglich, dass bei einer Übernahme von Inhalt aus MS Word auch entsprechende Word-Formatierungen mit übernommen werden können. Sehr interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass mit SharePoint 2013 für einzelne Webseiten eigenständige (sprechende) Adressen (URL) definiert werden können.

Eine sinnvolle Erweiterung macht sich beim Zugriff auf Webseiten bemerkbar, die mithilfe von SharePoint 2013 veröffentlicht werden. So ermöglicht eine Funktion namens MDS (Minimal Download Strategy), dass beim Zugriff nur die veränderten Bereiche einer Webseite übertragen werden (ähnlich einem Proxy-Server). Dies wiederum ermöglicht es, den Datenverkehr klein zu halten, und eine schnellere Darstellungsform dieser Webseiten.

Suchen und Finden

War die Suche in SharePoint 2010 schon sehr gut, so wurde diese in SharePoint 2013 noch einmal grundlegend überarbeitet, was auch Änderungen der internen Struktur zur Folge hat. Neben einer Optimierung der Suchergebnisse sind beispielsweise Merkmale wie die Abbildung einer Such-Historie, bei der bisherige Suchangaben berücksichtigt werden, oder auch die schnelle Voransicht (Preview) bestimmter Suchergebnisse zu nennen.

Die Optimierung der Suche wird insbesondere dadurch erreicht, dass die Inhalte von der Struktur entkoppelt werden (eine grundlegende Architekturänderung in SharePoint 2013). Dabei werden die Inhalte mit den entsprechenden Metadaten in einem zentralen Index abgelegt. Um den Index zu erstellen bzw. zu aktualisieren, sind bestimmte Crawls (Indexerstellungsdienste) erforderlich; diese wurden bisher zeitgesteuert, können bei SharePoint 2013 aber auch kontinuierlich ablaufen, sodass beispielsweise neue Dokumente in Echtzeit indiziert und damit als Suchergebnis verfügbar sind.

PRAXISTIPP: Mit einer Anpassung bzw. Erweiterung der COM-Schnittstelle (Client Object Model) ist es unter SharePoint 2013 möglich, über diese Schnittstelle die Suche zu nutzen, die in SharePoint 2013 integriert ist.

. . . und sonst?

Neben den bisher genannten Neuerungen gibt es noch eine Vielzahl weiterer Detailverbesserungen, deren Aufzählung den Rahmen dieses Kapitels sprengen würde. Dennoch sollen an dieser Stelle stellvertretend einige neue oder optimierte Funktionen von SharePoint 2013 nicht unerwähnt bleiben.

Mit dem Distributed Cache Service wird unter SharePoint 2013 der Cache zwischen mehreren Servern synchronisiert. Damit wird eine Weitergabe bzw. ein Datenaustausch bestimmter Informationen oder Daten gewährleistet, was sich bemerkbar macht bei der Benutzer-Authentifizierung, bei Aktivitäten über Microblogs (ebenfalls ein neues Merkmal von SharePoint 2013), beim „Posten“ von Nachrichten oder auch beim Bearbeiten von Dokumenten.

Die bereits aus SharePoint 2010 bekannte Methode der Claim-Authentifizierung wurde in SharePoint 2013 noch einmal erweitert und wird dort auch als Standardmethode zur Benutzer-Authentifizierung für Webseiten eingesetzt. Eine solche Methode unterstützt neben den beiden klassischen Authentifizierungsvarianten (Windows-Authentifizierung, Eingabeformular mit Abgleich gegen eine Datenbank) auch die Möglichkeit der ADFS (Active Directory Federation Services). Dabei werden entsprechende Authentifizierungsmerkmale über eine Webseite (URL) an einen Dienst weitergeleitet, der wiederum die Validität prüft.

Nicht nur die grundsätzliche Ablage und Verwaltung von Dokumenten wurde optimiert, sondern auch bei der Einbindung von Bilddaten erfolgt eine optimierte Speicherablage, indem die Bilddateien nach bestimmten Algorithmen verkleinert werden (Image Rendition).

SharePoint Server 2013 stellt neue Templates (Vorlagen) für die Bereiche „Blog“ und „Community“ zur Verfügung. Die Daten werden im SharePoint-Server zwischengespeichert und nicht sofort in die Datenbank geschrieben, was die Zugriffsgeschwindigkeit wesentlich verbessert.

Beim Einsatz eines Exchange-Servers können spezielle Postfächer für Arbeitsgruppen (Team-Mailboxen) verwaltet werden, auf die mittels Outlook oder Outlook Web Access (OWA) zugegriffen werden kann.

Eine Vielzahl neuer Merkmale für Business Intelligence (BI) vereinfacht die Nutzung entsprechender Ressourcen (getrennte Pivot-Charts, Add-On für Excel, separates Template usw.).

Microsoft SharePoint 2013

Microsoft SharePoint 2013

Dieser Artikel ist zu großen Teilen ein Ausschnitt aus dem Buch Microsoft SharePoint 2013.