Liebe Leser,

Ziegler, Newsletter "Leben im sozialen Netz", © bannosuke – Fotolia.com

Ziegler, Newsletter „Leben im sozialen Netz“, © bannosuke – Fotolia.

ich freu mich sehr, Ihnen nun hier meinen gerade erst frisch ins Leben gerufenen Newsletter „Leben im sozialen Netz“ vorzustellen! Der Newsletter widmet sich monatlich den sicherheitsrelevanten Themen des Einzelnen im Netz – hier schon einmal die geraffte Version der Septemberausgabe!

Das Leben im sozialen Netz 09/13

Soziale Netzwerke und der Schutz vor Geheimdiensten

Dass Geheimdienste auch soziale Netzwerke beobachten, damit konnte man als Nutzer schon seit langer Zeit rechnen, Gewissheit hatte man jedoch nie. Doch als Edward Snowden sich im Frühling dieses Jahres an die Öffentlichkeit wandte und darüber informierte, wie stark Nutzer im Internet von Geheimdiensten überwacht werden, hatte man endlich den Beweis dafür, dass die Geheimdienste offenbar keine Grenzen kennen, was Nutzerdaten angeht. Im übrigen kennen das auch viele große Unternehmen wie Google, Apple oder Microsoft nicht, schlimmer noch: sie kooperieren häufig sogar mit dem wohl größten Geheimdienst der Welt, mit der NSA.

Leider gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten, sich vor diesen „Lauschangriffen“ der Geheimdienste zu schützen und auch diese haben Grenzen. Das TOR-Netzwerk ist wohl das erfolgreichste Anonymisierungsnetzwerk. Wer TOR nutzt, um im Internet zu surfen, der schützt seine Daten zumindest weitestgehend vor den Geheimdiensten. Doch wer soziale Netzwerke aufsucht und sich dort einloggt, den kann auch TOR nicht mehr vor den Geheimdiensten schützen. Zwar bleibt theoretisch unklar, wer sich in ein bestimmtes Konto eingeloggt hat, doch da das Nutzerkonto sehr eng mit der realen Persönlichkeit verbunden ist – wie eng, das zeigt beispielsweise die Seite http://youarewhatyoulike.com – ist einem Beobachter ohnehin klar, wer hinter diesem Benutzerkonto steckt.

Wer also soziale Netzwerke benutzt, ohne einen erheblichen Aufwand zu betreiben, um sich vor der Spionage von Unternehmen und Geheimdiensten zu schützen (siehe Facebook, Twitter & Co. – Aber Sicher!, S. 83 ff.), der muss sich derzeit damit abfinden, dass unter Umständen alle seine Aktivitäten von Geheimdiensten verfolgt werden.

Facebooks führt Graph Search und Hashtags ein

Lange Zeit war die Facebook-Suche nur sehr eingeschränkt. Zwar konnte man nach registrierten Mitgliedern, Seiten und Wikipedia-Artikeln suchen, doch die eigentlichen Inhalte, die täglich bei Facebook veröffentlicht wurden, ließen sich nicht durchsuchen. So war es auch nicht möglich, nach Personen anhand von deren Wohnort zu suchen.

Nun rüstest Facebook nach einer längeren Beta-Testphase in den USA nach und beginnt damit, die neue Suche Graph Search auszurollen. Damit ist es möglich, Suchanfragen wie „zeige alle Menschen, die in München wohnen“, durchzuführen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Suchkomfort, sondern betrifft auch die Privatsphäre aller Nutzer. Wer eine Information in seinem Profil in Zukunft öffentlich macht, der kann auch von jedem anhand dieser Information via Graph Search gefunden werden. Das betrifft nicht nur den Wohnort, sondern auch die Ausbildung und sogar politische Einstellungen. Am schlimmsten dürfte es jedoch sein, dass mit Graph Search auch „Gefällt Mir“-Angaben eines Nutzers abgefragt werden können. Diese sind immer öffentlich.

Doch nicht nur Informationen über Benutzer, sondern auch Inhalte können zukünftig auf Facebook durchsucht werden. Mit der Einführung von Hashtags hat Facebook endlich nachgezogen und nach den Konkurrenten Twitter und Google+ auch diese Funktion übernommen. Hashtags ermöglichen es, bestimmte Schlüsselwörter festzulegen, anhand derer ein Beitrag über die Suche gefunden werden kann.

Werbung bei Twitter

Lange Zeit hat sich Twitter dagegen gewehrt, Werbeanzeigen einzublenden, nun ist es offenbar unausweichlich geworden. Doch im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ kann der Benutzer die Anzeige von Werbeanzeigen in seinem Stream und die damit verbundene Weitergabe seiner Daten an Werbetreibende mit wenigen Klicks deaktivieren.

 

Zu diesen und weiteren Themen lesen Sie ausführlich im Newsletter „Das Leben im sozialen Netz“ (09/13). Unter anderem erfahren Sie darin, wie ein Hacker auf Mark Zuckerbergs Pinnwand schrieb und wie Sie sichere Passwörter finden.

Wer will, kann sich den Newsletter unter der Adresse http://it-news-blog.org/wp-content/uploads/downloads/2013/09/09_13.pdf herunterladen bzw. ansehen, der entsprechende Beitrag dazu auf meinem Blog findet sich unter der Adresse http://it-news-blog.org/leben-im-sozialen-netz/.

Sehr gerne können Sie mir hier auch Fragen stellen, ich beantworte diese dann gleich hier, sobald ich dazu komme!

Ihr

Manuel Ziegler