Figure 1 - Faszination pur! Der große Delta Tower 3D-Drucker fesselt sein kleines Publikum

Bild 1 – Faszination pur! Der große Delta Tower 3D-Drucker fesselt sein kleines Publikum

3D-Druck ist in aller Munde. Spätestens in diesem Jahr hat fast jeder einmal etwas über die kleinen Wundermaschinen gelesen: Pizza und andere Speisen, funktionsfähige Organe und sogar Waffen soll man damit herstellen können. Das zumindest scheint die Hauptanwendung der brandneuen Technik zu sein – wenn man den zahlreichen Medienberichten Glauben schenkt.

Dass 3D-Druck nicht gleich 3D-Druck ist und es eine Vielzahl von verschiedenen Verfahren gibt, deren Ursprünge teilweise 30 Jahre zurückliegen, erfahren nur diejenigen, die hinter den Hype blicken. Abseits von kleinkalibrigen Plastik-Pistolen (die aktuell für den Schützen genauso gefährlich sind wie für das Ziel) und den ersten Experimenten mit 3D-gedrucktem Zellmaterial soll es wohl auch Anwendungen geben, die hier und jetzt auch für Privatanwender Sinn ergeben.

Jetzt aber der Reihe nach…

Anfang 2011 begann meine eigene Reise in die Welt der dritten Dimension. Nachdem ich über Monate das RepRap Projekt verfolgt hatte, in dem ein kleiner Kreis von Enthusiasten versuchte eine Maschine zu bauen, die sich selbst vervielfältigen kann, erschien damals die frohe Botschaft von einem bezahlbaren 3D-Drucker Bausatz aus den Niederlanden. Nach kurzer Aufbauzeit (vergleichbar mit einem IKEA Schrank) stand er vor mir: Der Ultimaker, mein erster 3D-Drucker!

Figure 1 - Faszination pur! Der große Delta Tower 3D-Drucker fesselt sein kleines Publikum

Bild 2 – Das FDM-Verfahren im Überblick, eigentlich ganz einfach!

Er arbeitet nach dem günstigsten Fused Deposition Modeling (FDM) Verfahren, bei dem ein Kunststoffstrang aufgeschmolzen wird und zweidimensionale Bilder so lange übereinander gestapelt werden bis ein dreidimensionales Objekt entsteht. Vereinfacht ausgedrückt: eine Heißklebepistole, die sich automatisiert so bewegt, dass am Ende etwas greifbares herausfällt. Eine Tasse, ein Ring, ein Ersatzteil für ein kaputt gegangenes Haushaltsgerät, ein Pokal, eine Vase, ein Haarreif, eine Trillerpfeife, … der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Die Technik ist reif, nur das Wissen fehlt(e).

Wenn das Ganze vor ein paar Jahren noch ambitionierten Bastlern vorbehalten war, ist die Technik heute schon sehr robust und noch bezahlbarer geworden. Erste Bausätze und auch die ersten fertigen Geräte sind für unter 1000 Euro erhältlich. Selbst blutige Anfänger kommen zügig mit dem neuen Lieblingsspielzeug zurecht und produzieren beeindruckende Ausdrucke – vorausgesetzt, sie lesen sich in die Vielzahl vorhandener Internetquellen ein und können zwischen gefährlichem Halbwissen und den vereinzelten Diamanten unterscheiden.

Es fehlte schlichtweg der Gesamtüberblick, der einerseits ein breites Wissen vermittelt und auf der anderen Seite bis ins letzte Detail geht, wenn es darauf ankommt. Mit dem Ziel genau diese Lücke zu füllen, kontaktierte mich im Februar 2013 die Hanser-Lektorin Julia Stepp, nachdem Sie mich in einem ZDF-Interview zu dem Thema gesichtet hatte:

„Haben Sie je darüber nachgedacht ein Buch zu schreiben? Wäre das ein Projekt, für das ich Sie begeistern kann…?“

„Nein!“ – das hatte ich bis dahin nicht. Von der initialen Idee über die Ausarbeitung des Konzepts bis hin zum fertigen Buch war es ein zeitlich kurzer aber arbeitsseitig weiter Weg. Dennoch bin ich Frau Stepp, ihrem Team und dem Hanser Verlag unendlich dafür dankbar, diese Idee an mich herangetragen zu haben. Nach einigen Monaten Anstrengung, Schweiß und Tränen gibt es nun endlich eine Art Komplettlösung für alle interessierten Neueinsteiger.

In über 300 gut bebilderten und hoffentlich unterhaltsam geschriebenen Seiten versuche ich Sie durch meine eigenen Lektionen der letzten drei Jahre zu führen, um Sie im Handumdrehen zu einem 3D-Druck-Experten zu machen. Im ersten Kapitel werden grundlegende Eigenschaften der Technik und ihrer Geschichte beschrieben. Das komplette zweite Kapitel dreht sich um die 3D-Modelle, also die Frage: „Woher bekommen Sie eigentlich die Druckdaten?“

Figure 3 - Bryan Ferrand, Verkaufsleiter der innovativen 3D-Druck Schmiede MCor Technologies findet seinen 3D-Druck Klon in Kapitel 3 wieder

Bild 3 – Bryan Ferrand, Verkaufsleiter der innovativen 3D-Druck Schmiede MCor Technologies findet seinen 3D-Druck Klon in Kapitel 3 wieder. Im Folgenden erklärt Kapitel 3 die Vor- und Nachteile der wichtigsten Verfahren. Das hier gelernte Wissen wird Ihnen helfen eine gute Wahl für Ihre eigenen Projekte zu treffen. Da nicht alle Verfahren für die Heimanwendung geeignet sind (technisch, oder aus finanziellen Überlegungen) wird auch die Rolle der 3D-Druck Dienstleister umfassend beschrieben.

Apropos 3D-Druck Dienstleister…

Diese Unternehmen ermöglichen Ihnen, Drucke in Auftrag zu geben wenn Sie keinen eigenen 3D-Drucker besitzen oder anschaffen möchten! Sie profitieren von einer großen Materialauswahl, senden Ihre Ideen einfach digital über das Internet und erhalten für kleines Geld nach wenigen Tagen das fertige Ergebnis per Post. Die Zukunft ist zum greifen Nahe – für wirklich jeden.

Falls es dann doch der eigene 3D-Drucker sein soll, wird Ihnen Kapitel 4 mit fast hundert Seiten ein zuverlässiger Kaufberater sein. Herstellerunabhängig werden die Vorzüge einzelner Konzepte erläutert und Ihnen so die Bildung Ihrer eigenen Meinung ermöglicht. Die Bedienung des eigenen Druckers wird anhand einer weit verbreiteten kostenlosen Software erklärt. Das dort gelernte Wissen lässt sich jederzeit auf alle am Markt erhältlichen Maschinen anwenden.

Im letzten Kapitel liegt der Fokus dann noch einmal voll auf der Praxis. Ergänzende Workshops ermöglichen Ihnen innerhalb weniger Minuten eigene Objekte zu designen, das erste Mal 3D-Scanning zu betreiben und Ausdrucke weiter zu verfeinern.

Am Ende bleibt immer eine Frage.

Bei aller Unterstützung und Inspiration, die Sie durch mein Buch erhalten – spätestens nachdem alle Testbeispiele gedruckt und alle vorgegeben Workshops abgearbeitet sind – werden Sie sich der fundamentalen Frage stellen müssen: Was werden Sie drucken?

Jeder muss diesen, teilweise auch langwierigen, Prozess durchlaufen. Die Verzweiflung die man in sich spürt, wenn man merkt wie lange man schon nicht mehr kreativ tätig war. Die aufkeimende Hoffnung, wenn man einfach mal anfängt und ausprobiert und dann abschließend die überwältigende Befriedigung, die ein selbst designter Ausdruck mit sich bringt.

Figure 4 - Jason Mosbrucker, der Erfinder des BotBQ, präsentiert eine handsignierte Buchkopie und überlässt mir seinen Hackfleisch-Druckkopf

Bild 4 – Jason Mosbrucker, der Erfinder des BotBQ, präsentiert eine handsignierte Buchkopie und überlässt mir seinen Hackfleisch-Druckkopf

Hier gehts zu interessanten Links rund um das Thema 3D-Druck und Florian Horsch:

Ralf Steck, Weihnachtsideen-Buchtipp: 3D-Druck für alle,  gesehen auf http://cadcam-blog.k-magazin.de

Ein Beitrag zur Euromold von Rachel Park, gesehen auf http://3dprintingindustry.com

Beitrag EuroMold: Neue 3D-Drucker in allen Preisklassen, gesehen auf http://www.heise.de

Beitrag EuroMold: 3D-Drucker für Einsteiger mit gehobenen Ansprüchen, gesehen auf http://www.heise.de

Rezension auf http://cadcam-blog.k-magazin.de

Werden Sie aktiv!
Ob Sie nun in der Weihnachtszeit den Drehknopf vom Backofen reparieren, einen eigenen Plätzchenausstecher designen und ausdrucken oder zum Beispiel mit dem Projekt von Jason (siehe Bild 4) versuchen, direkt mit Plätzchenteig zu drucken bleibt Ihnen überlassen. Mir ist es nur eine Herzensangelegenheit, dass Sie sich überhaupt an das Thema heranwagen und selbst aktiv werden. Es macht so viel Spaß!

Daher gibt es zum Ende dieses Beitrags noch zwei kleine Hilfestellungen und einen besonderen Anreiz, den eigenen Ideen auf die Sprünge zu helfen:

Mein erster Tipp ist, dass Sie sich mithilfe der kostenfreien Leseprobe die grundlegenden Funktionen der 3D-Konstruktionssoftware SketchUp Make aneignen. So haben Sie innerhalb kürzester Zeit das Rüstzeug dazu, eigene Ideen am Computer zu visualisieren.

Der zweite Tipp hilft Ihnen vielleicht auf gute Ideen zu kommen, falls Ihnen so gar nichts einfallen mag: Stellen Sie sich einfach mal vor, dass Sie Robinson Crusoe 2.0 sind. Gestrandet auf einer Insel, ohne alles. Nur einen brandneuen 3D-Drucker, einen kleinen Laptop (und bei besonders entscheidungsfreudigen Bloglesern vielleicht auch noch eine Kopie von „3D-Druck für alle“) hat es auch an Land gespült. Die Sonne brennt und das bisschen Süßwasser in der kleinen Pfütze wird Sie nicht lange am Leben halten. Was werden Sie wohl designen und ausdrucken um Ihr Leben zu retten und möglichst bald die Heimreise anzutreten?

Figure 5 - Hoffentlich treiben sich auf der Insel keine Monster herum... wobei dieser detailreiche Ausdruck der Firma Asiga bei einer Höhe von gerade mal 2 Zentimetern nur mit der Lupe zum Fürchten ist.

Bild 5 – Hoffentlich treiben sich auf der Insel keine Monster herum… wobei dieser detailreiche Ausdruck der Firma Asiga bei einer Höhe von gerade mal 2 Zentimetern nur mit der Lupe zum Fürchten ist.

Und abschließend Ihr Anreiz, gleich loszulegen: In enger Abstimmung mit dem Hanser Update Team werde ich alle Einsendungen an book@hcask.com bis zum 31.01.2014 (verlängert) fachmännisch begutachten und jeweils einen Gewinner in folgenden Kategorien küren und mit einem kostenlosen Ausdruck auf unseren Delta Tower 3D-Druckern belohnen:

  • Schnellste (sinnvolle) Einsendung
  • Kreativste Einsendung
  • Lebenrettendenste Einsendung („Robinson Crusoe 2.0 Award“)

Bei der Einsendung können nur 3D-Modelle im SketchUp Format (*.skp), oder in den gängigen *.obj beziehungsweise *.stl Formaten berücksichtigt werden. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Die Gewinner werden in einem Folgebeitrag bis zum 19.02.2014 bekannt gegeben und erhalten in diesem Rahmen auch Ihre Auszeichnungen. Der Ausdruck wird maximal Maße von 15 x 15 x 15 cm haben – nur nach Absprache kann auch ein größerer Druckauftrag vereinbart werden.

Durch die Teilnahme erklären Sie sich bereit, dass das Modell und das gedruckte Ergebnis im Internet zur gemeinsamen Begutachtung veröffentlicht werden können. Sämtliche sonstigen Rechte an Ihrem Werk bleiben selbstverständlich bei Ihnen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

Happy printing,
Ihr Florian Horsch

Wie immer gelten auch hier die Gewinnspiel Teilnahmebedingungen.

 

Zur Buchseite auf www. hanser-fachbuch.de gehts übrigens hier.

Horsch, 3D-Druck für alle