shop-content © Martin StäbeObwohl Google seit dem Panda-Update 2011 massiv gegen Seiten mit dünnen und minderwertigen Inhalten vorgeht und Backlinks in der Bedeutung für den Ranking-Mechanismus der Suchmaschine abgenommen haben, begehen viele Shop-Betreiber immer noch dieselben Fehler in Sachen Content. Nachfolgend lesen Sie die fünf häufigsten Content-Sünden, die auch 2014 noch in Webshops anzutreffen sind.

Zu wenig Text-Futter für Suchmaschinen

Eines der offensichtlichsten Probleme vieler Webshops ist ein grundsätzlicher Mangel an Inhalten, sei es, weil es an Ressourcen für die Erstellung derselben fehlt oder weil zu viel Text das „schöne Design“ verschandeln würde. Aber wie soll Google so herausfinden, worum es auf einer Seite geht und für welche Suchanfragen diese in der Suchmaschine zu finden sein soll? Ausreichend Text-Content hilft zudem dabei, auch den so genannten „Longtail“ eines Keyword-Spektrums zu bedienen. Dabei handelt es sich um sehr spezifische Mehrwort-Suchbegriffe wie zum Beispiel „elegante Jeans für Damen“. Text kann dezent an verschiedenen Stellen auf einer Webseite eingebunden werden, so dass letztlich sowohl Designern als auch Content-Erstellern geholfen ist.

Wenig klickfreundliches Title-Tag und Description Meta-Tag

Der Seitentitel (Title-Tag) und der Beschreibungstext (Description Meta-Tag) sind das Erste, was ein potenzieller Kunde von Ihrem Webshop in den Suchergebnissen wahrnimmt, wenn er nach Ihren Produkten googelt. Oft wird diesen Elementen allerdings die wenigste Aufmerksamkeit geschenkt. Integrieren Sie im Seitentitel das Hauptkeyword der Seite und ein aktivierendes Verb, z. B. „kaufen“ oder „bestellen“. Nachdem Google erst kürzlich das Layout der Suchergebnis-Seiten verändert hat, ist seine Länge auf maximal 60 Zeichen zu begrenzen. In der Beschreibung geben Sie eine kurze Zusammenfassung des Seiteninhalts inklusive Alleinstellungsmerkmale an (maximal 160 Zeichen). Auch hier sollten wieder das Haupt- und/oder ein Neben-Keyword erscheinen. Außerdem: Wenn es sich bei Ihnen anbietet, können Sie Title-Tag und Description Meta-Tag auch an das Saisongeschäft anpassen (z. B. Weihnachten, Sommer etc.).

Mangelhafte Produktbeschreibungen

Oft wird auf Produktseiten die Beschreibung des Herstellers eins zu eins übernommen, weil keine Ressourcen vorhanden sind, um für jedes Produkt eine individuelle Produktbeschreibung zu verfassen. Doch den gelieferten Standardtext hat auch die Konkurrenz bei sich eingebunden, so dass Sie sich damit nicht von der Masse abheben können. Überlegen Sie sich, was Ihr Produkt einzigartig macht (Besteht es etwa aus einem besonderen Material? Ist der Herstellungsprozess außergewöhnlich?) und welchen Nutzen Ihre Zielgruppe mit dem Produkt verbindet. Außerdem sollten die Produkttexte die Besucher Ihrer Seiten auch emotional ansprechen (indem zum Beispiel eine Geschichte erzählt wird) und nicht nur aus einer Aufzählung technischer Rahmendaten bestehen. Kurz: Texten Sie Produktbeschreibungen, die Lust aufs Kaufen machen.  Natürlich können Sie, wenn Sie sehr viele Produkte in Ihrem Shop haben, nicht jede Produktseite gleichermaßen optimieren. Gehen Sie daher nach folgender Regel vor:

Kategorie A-Produkte („Topseller“): Ausführlicher Produkttext (ca. 100 Wörter)
Kategorie B-Produkte: Wenig Text (2-3 Sätze)

Nicht optimierte Bilder

In Ihrem Shop landen nicht nur Besucher aus der allgemeinen Google-Websuche oder von Facebook, Twitter und anderen Social-Media-Kanälen, sondern auch aus der Bilder-Suche. In einzelnen Branchen ist es nicht unüblich, dass bis zu 50 % des Website-Traffics aus dieser Quelle stammt. Wie viel das in Ihrem Fall ist, können Sie durch einen Blick in Google Analytics und/oder die Webmaster Tools herausfinden. Damit Sie hier das Optimum ausschöpfen, müssen Ihre Bilder allerdings SEO-optimiert sein  – was sie häufig aber leider nicht sind. Da Google Bilder (noch) nicht „lesen“ kann, müssen Sie der Suchmaschine zusätzliches „Text-Futter“ bieten. Jedes Bild sollte, auch um blinde Leser zu unterstützen, mit einem sprechenden Alt-Attribut versehen werden. Dieses Attribut nutzen die Suchmaschinen, um auf den Inhalt eines Bildes zu schließen. Außerdem ist das Haupt-Keyword auch im Dateinamen unterzubringen. Anstatt des kryptischen Namens „DSC2001.jpg“ benennt man ein Bild besser wie folgt: rote-lederjacke.jpg.

Englische Menü-Navigation

„Mini girls“, „New Born“ und „Underwear“ anstatt „Mädchenbekleidung“, „Babybekleidung“ und „Unterwäsche“: Vor allem in Mode-Shops, die sich an eine junge bzw. junggebliebene Zielgruppe  richten, stößt man in der Menü-Navigation häufig auf Anglizismen – selbst wenn es passende deutsche Bezeichner gäbe. Entweder sind diese Begriffe durch das Marketing fest vorgegeben und werden so auch in den Unternehmens-Broschüren verwendet oder man möchte sich damit einen jungen und hippen Anstrich verpassen. Dieser Schuss geht aus SEO-Sicht allerdings oft nach hinten los: Anstatt für den deutschen Kategorienamen gefunden zu werden, ranken die so benannten Seiten für den gewählten englischen Begriff. Man darf auch nicht von jedem Kunden erwarten, dass er selbst diese scheinbar banalen Wörter kennt. Im Falle von „New Born“ wäre „Babybekleidung“ sicher das treffendere und verständlichere Wort, mit dem auch Suchmaschinen etwas anfangen können. Wenn es aber partout nicht möglich ist, die englischen Begriffe aus der Navigation zu verbannen, sollten Sie die deutsche Entsprechung  zumindest in den Seitentitel und das title-Attribut des Navigations-Links aufnehmen.

Sie haben Ihren Webshop auf die fünf häufigsten Content-Fehler geprüft und Texte sowie Bilder entsprechend angepasst? Glückwunsch! So ist Ihr Shop bestens für die Zukunft aufgestellt. Was ist Ihre Meinung: Ist der deutsche Online-Handel in puncto Content gut aufgestellt? Wo sehen Sie persönlich noch Verbesserungsmöglichkeiten? Hinterlassen Sie Ihre Antwort im Kommentarbereich!