Louis, Müller, Interview zu C++ und AndroidVor Kurzem haben wir unserem Autoren-Duo Dirk Louis und Peter Müller ein paar Fragen zu ihren Büchern gestellt. Heraus kam ein anregendes Gespräch über Ihre Buchprojekte Android, C++ und Java, wie es zur Zusammenarbeit kam und vieles mehr.

Aber lesen Sie selbst!

Herr Louis, Sie haben Biologie und Informatik studiert, und dann noch mit dem Schreiben angefangen. Was ist Beruf, was Berufung?

Das Programmieren ist Beruf, das Schreiben Berufung und die Biologie ist meine alte Liebe.

[Als Biologe habe ich ja nie gearbeitet, sonst wäre die Biologie vermutlich Beruf und Berufung geworden. Und vermutlich hätte ich dann alle Programme zur Auswertung und Visualisierung meiner Daten selbst geschrieben, denn ich programmiere sehr gerne. J

Und wie ist das bei Ihnen, Herr Müller?

Ich habe Informatik studiert und arbeite auch in der Software-Entwicklung. Der Unterschied zwischen Beruf und Berufung hat sich daher nie groß gestellt. Meine Liebe gilt aber ausschließlich meiner Familie.

Herr Louis, Sie haben ja schon sehr viele Bücher geschrieben, darunter nicht wenige, die in Zusammenarbeit mit Ihrem Co-Autor Peter Müller entstanden sind. Wie kam es dazu und welches war das erste?

Dirk Louis: Zu der Zeit als mein Co-Autor Peter Müller und ich in Saarbrücken studierten, favorisierten die meisten Programmierer noch in C. Oder sie programmierten in C++, nutzen aber gar nicht die Möglichkeiten der damals immer stärker aufkommenden objektorientierten Programmierung. Da das Studium in Saarbrücken so ausgelegt war, dass man sehr viel über theoretische Informatik, höhere Mathematik, Algorithmenlehre etc. lernte, sich das Programmieren aber selbst beibringen musste, beschlossen Peter und ich uns auf eigene Faust in die objektorientierte Programmierung einzuarbeiten. Trotz mehrjähriger Programmiererfahrung fiel uns das Eindenken in die objektorientierten Konzepte aber anfangs erstaunlich schwer, weswegen wir auf die Idee kamen, ein Buch zu schreiben, das diese Konzepte leichter verständlich macht.

Peter Müller: Gleich der erst Verlag, an den wir uns mit unserer Buchidee wendeten, war von der Idee angetan und bereit das Buch zu veröffentlichen. Nur leider hatten wir eine völlig falsche Vorstellung davon, wie im Verlagswesen gearbeitet wird. Als wir uns nach drei Monaten mit einem Probekapitel wieder meldeten, war der Buchtitel schon anderweitig vergeben.

Dirk Louis: Peter war dann so frustriert, dass er sich ganz auf sein Studium zurückzog und aus lauter Verzweiflung promovierte.

Peter Müller:  Na ja, ganz so schlimm war es dann doch nicht. Und schließlich gab es  doch noch ein Happy-End. Der Verlag betraute Dirk zunächst mit einem Fachlektorat, dann konnte er für einen ausgefallenen Autor einspringen und schließlich bekam er seine ersten eigenen Titel zu C++.

Dirk Louis: Einige Jahr später machte mich Peter dann auf eine neue Programmiersprache namens Java aufmerksam und wir waren uns schnell einig, dass dies nun das lange verschobene gemeinsame Buchprojekt werden sollte. Das Ergebnis war das Buch „Jetzt lerne ich Java“, der Vorgänger des demnächst erscheinenden Hanser-Titels und zeitweise das meistverkaufte Java-Buch im deutschsprachigen Raum – was uns nicht reich aber doch sehr stolz gemacht hat.

Ja, auf das Buch freuen wir uns auch schon sehr! Aktuell sind nun bei Hanser die beiden Titel C++ und Android erschienen. Android haben Sie wieder gemeinsam geschrieben. Wie kam es dazu und wie dürfen sich unsere Leser die Arbeitsteilung in der Praxis vorstellen?

Dirk Louis: Wie im Falle des Java-Titels kam der Anstoß von Peter …

Peter: Dirk ist eher der Typ, der an Bestehendem immer weiter feilt, um es noch besser zu machen. Dabei übersieht er manchmal neue Entwicklungen.

Louis: SmartPhone-Programmierung war für uns ja nicht neu, aber für die Apple- bzw. die Microsoft-Frameworks konnten wir uns nur wenig begeistern. Mit dem Erscheinen von Android, welches erstmals die SmartPhone-Programmierung basierend auf Java ermöglichte, änderte sich dies. Und als Buchautoren dachten wir dann natürlich auch bald daran, zu dem Thema einen eigenen Titel zu veröffentlichen.

Macht ihnen die Programmierung mit Java besonderen Spaß oder ziehen Sie persönlich doch andere Programmiersprachen wie C++ oder C# vor?

Peter Müller: Ich habe mit unzähligen Programmiersprachen gearbeitet, von Assembler über BASIC, Pascal, Modula2 und Fortran bis zu den modernen C, C++, C# und natürlich Java. Java war und bleibt dabei mein Liebling: es ist mächtig, aber dennoch einfach  und bewahrt den Programmierer an vielen Stellen vor bösen Fehlern. Das weiß man leider nur dann zu schätzen, wenn man schon mal in anderen Programmiersprachen Software geschrieben hat!

Dirk Louis: Mein persönlicher Favorit war lange Zeit C++. Ich muss allerdings gestehen, dass ich heute viel mehr mit Java und C# arbeite (und die Annehmlichkeiten dieser Sprache kaum mehr missen möchte).

Ihre Bücher haben sich ja sehr bewährt; bekommen sie da eigentlich auch öfters Leserzuschriften? Was für Leser sind das?

Peter Müller: Wir bieten in allen unseren Büchern einen  fast schon einmaligen Service, nämlichen einen direkten E-Mail Kontakt zu uns Autoren! Die Fragen zeigen uns, wie groß die Spanne an Lesern ist: vom 16-jährigen Schüler über den mittelständischen Unternehmer bis hin zum Rentner, der nochmals eine neue Herausforderung sucht, ist alles  dabei. Sehr spannend, auch für uns.

Ihr Markenzeichen ist die Didaktik. Wie wichtig ist diese ihrer Meinung nach bei der Wissensvermittlung durch Ihre Bücher.

Dirk Louis: Didaktik ist sehr wichtig

In Android gibt’s ein Java-Tutorium für Ein- und Umsteiger dazu. Wie wichtig sind Ihnen diese?

Peter Müller: Ein Buch über Android, insbesondere wenn es für Einsteiger gedacht ist, muss eine Quadratur des Kreises schaffen: solide Java-Kenntnisse vermitteln,  den Leser in die Lage versetzen, die Komplexität und Tücken der Entwicklungsumgebung zu meistern und dann noch Android-Programmierung an sich  erklären! Man kann als Autor eigentlich nur scheitern… Das Java-Tutorium soll daher die Not ein bisschen mildern und eine gute Startbasis geben für diejenigen Leser, die blutige Anfänger sind.

Haben Sie sich eigentlich schon mal privat eine App programmiert? Wenn ja, was kann diese?

Peter Müller: Ja, klar. Teilweise haben wir die auch in das Buch einfließen lassen. Wenn mal Luft ist, arbeiten wir  auch an einer neuen Puzzle-App. Dirk ist ja großer Puzzle-Fan.

Das haben unsere Leser ganz sicher noch nicht gewusst! Eine Frage noch: Haben Sie Ihre Freude am Programmieren eigentlich auch an Ihre Kinder weitergegeben? UU können Sie auch etwas mit Ihrem gemeinsamen Buch „Android“ anfangen?!

Peter Müller: Da habe ich wohl versagt. Meine 12-jährige Tochter hat leider für alles Technische gar kein Interesse, von ihrem Smartphone und WhatsApp mal abgesehen. Aber ich habe noch einen kleinen Sohn, auf dem meine Hoffnungen ruhen…

Dirk Louis: Meine drei Töchter interessieren sich weder für das Programmieren noch für die Biologie. Das ist vermutlich die Strafe dafür, dass ich selbst auch nie erwogen habe, in das Geschäft meines Vaters einzusteigen. Aber immerhin: meine Liebe zur Literatur konnte ich an alle drei weitergeben.

Hier gehts zu Ihren Büchern:

Louis / Müller, Android Android. Der schnelle und einfache Einstieg in die Programmierung und Entwicklungsumgebung

 

 

 

 

Louis, C++C++. Das komplette Starterkit für den einfachen Einstieg in die Programmierung

 

 

 

 

Louis / Müller, JavaJava. Das komplette Starterkit für den erfolgreichen Einstieg in die Programmierung

 

 

 

 

Und nun noch die letzte Frage:  Wieviel Bakterien befinden sich durchschnittlich auf einer PC-Maus?

Peter Müller: Hm, vermutlich weniger als auf einer PC-Tastatur!

Dirk Louis: Schwer zu sagen, aber als Java-Programmierer würde ich ernsthaft darüber nachdenken, ob eine int-Variable zum Speichern der Anzahl ausreicht!

Herzlichen Dank für das tolle Interview!