Wir haben uns mit unserem Autor Gernot Starke über sein Buch Effektive Softwarearchitekturen. Ein praktischer Leitfaden unterhalten, das nun schon in der sechsten Auflage bei Hanser erschienen ist. Uns interessierte natürlich auch, wie er das neuerliche Erscheinen erlebt hat, ob sich vielleicht schon ein bisschen Routine beim nun immerhin sechsten Erscheinungsmodi eingeschlichen hat. Aber lesen Sie das Interview selbst!

Redaktion: Herr Starke, Sie sind Softwarearchitekt und Hanser-Autor, im Januar ist die sechste Auflage Ihres Leitfadens Effektive Softwarearchitekturen erschienen. Wie war das für Sie?

Gernot Starke: Eine riesige Freude – nach mehr als 10 Jahren am Markt immer noch das Interesse der Leser zu spüren ist großartig!

Es ist ja nun schon die sechste Auflage. Wie kamen Sie ursprünglich zu Ihrem ambitionierten Buchprojekt?

Schon immer habe ich gerne geschrieben – und nach vielen Dutzend Fachartikeln wollte ich (damals… (lacht)) mal wieder etwas Größeres, Zusammenhängendes zum Thema „methodisches Arbeiten in der IT“ schreiben. Und damals gab’s gerade im Bereich Softwarearchitektur praktisch gar nichts empfehlenswertes…

Das Buch leistet zugleich oder bessergesagt zu allererst Lobby-Arbeit für Softwarearchitekten. Warum ist das Ihres Erachtens so wichtig? 

Nun –konzeptionelle Integrität ist für langlebige Softwaresysteme die fundamentale Grundlage – und diese Integrität kann die Rolle „Softwarearchitekt“ meiner Ansicht nach am besten erreichen.

Wie hilft das Buch angehenden und bereits aktiven Software-Architekten und wie können andere in Software-Projekte involvierte Personen von den Inhalten des Buchs profitieren?

Zumindest jeder Softwareentwickler sollte ein Stückchen „Architekt“ in sich haben – und die grundlegenden methodischen Bausteine (etwa: Strukturen, Sichten, querschnittliche Konzepte, Integrität) verinnerlicht haben.

Wie ist die „Szene“ der Softwarearchitekten aufgestellt und strukturiert?

Zum Glück gibt es seit einigen Jahren mit dem iSAQB e.V. eine Dachorganisation, die eine gemeinsame Sichtweise auf das Berufsbild und die Rolle von Softwarearchitekten fördert. Mehrere Tausend Absolventen entsprechender Schulungen und Zertifizierungsprüfungen bereichern jetzt unsere „Szene“ und haben die Grundlagen methodischer Softwarearchitektur erlernt und geübt. Das hilft in der Praxis ungemein – weil wir dadurch weniger über diese Rolle und ihre Ausprägung streiten müssen.

Welche Vorbilder haben Sie?

Personen, die gleichermaßen kommunikative und technische Skills vereinen – und ihre Meinung, Entwürfe und Konzepte dann auch noch verständlich kommunizieren und präsentieren können. Außerdem empfinde ich viele Autoren von Open-Source Software als Vorbilder – die klar denken, gut implementieren und intrinsische Motivation für hohe Qualität mitbringen.

Welche Themenbereiche unterliegen einer steten Änderung?

Die technischen Konzepten muss ich natürlich immer wieder aktualisieren – immerhin fast ein Viertel des gesamten Buches. Die Methodik-Teile profitieren praktisch ständig von Hinweisen und Verbesserungsvorschlägen meiner eigenen Projekte und Kunden sowie vieler Schulungsteilnehmer.

Wenn Sie das Buch mit drei Worten charakterisieren müssten, welche Worte wären dies?

stringent, konzeptionell, effektiv

Was lesen Sie gerade beruflich und privat?

Mal wieder die Harry-Hole Reihe von Jo Nesbø, „Decisive“ von den Brüdern Heath sowie „Making Java Groovy“ von Kenneth A. Kousen.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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Starke, Software-Architekturen, 5.A.