„EAM – nur für die ganz Großen?” In vielen mittelständischen Unternehmen leidet EAM immer noch unter dem Ruf, aufwändig, formalistisch und unflexibel zu sein. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt häufig nicht und EAM kann nicht den erhofften Mehrwert für z.B. Business-Innovationsprojekte im Kontext von Big Data oder Social Computing leisten. Wie kommen Sie aus diesem Dilemma heraus? Wie kann EAM im Zusammenspiel mit den Planungs-, Entscheidungs- und Durchführungsprozessen einen Beitrag für die richtigen strategischen und taktischen Entscheidungen sowie die Umsetzung von Business-Transformationen leisten? Und dies im Mittelstand?

„Macht EAM überhaupt im Mittelstand Sinn?“

Dahinter verbirgt sich u.a. die Frage: „Macht EAM überhaupt im Mittelstand Sinn?“. Die IT-Landschaft ist vielleicht, zumindest gefühlt, auch ohne EAM überschaubar und die Veränderungen sind beherrschbar. Bei Nachfrage erhält man trotzdem häufig zumindest eine Liste von Applikationen oder den Wunsch nach einer solchen, die als Bezugspunkt z.B. für IT-Sicherheitsanalysen genutzt werden kann. Dies ist aus meiner Sicht schon eine leichtgewichtige Form von EAM; wird aber häufig nicht so bezeichnet. Weitergehende Transparenz- und Planungssichten, wie z.B. Bebauungspläne oder Informationsflussgrafiken sind, wenn sie auf einen kontinuierlich hinreichend aktuellen und qualitativ hochwertigen Datenbestand basieren, erfordern einen höheren Aufwand. Ist dieser in KMUs leistbar? Sind z.B. ausreichend Unternehmensarchitekten mit dem entsprechenden Skill für EA-Aktivitäten zur Verfügung?

Mittelständische Unternehmen haben aber auch Vorteile bei der Einführung von EAM. Es gibt weniger Interessenkonflikte bei Zielen und Anforderungen. Zudem werden schneller Entscheidungen getroffen und die EAM Governance ist aufgrund der kleineren und einfacheren Organisation überschaubarer.

Was ist nun die Antwort auf die Frage, ob EAM für den Mittelstand Sinn macht? Meine Antwort ist hier  „it depends“. Analog wie auch bei großen Unternehmen müssen alle bereitgestellten EAM-Ergebnisse für die nutznießenden Stakeholder einen Wert darstellen, für den sie im Zweifelsfall auch „bezahlen“ würden. Wenn die Summe der Mehrwerte deutlich größer als die Aufwände sind und die Ergebniserstellung leistbar ist, dann macht EAM auch für den Mittelstand Sinn. Wenn es kaum Mehrwerte gibt, dann sollte man wenigstens das „Wenige“ etablieren und versuchen, Interesse für mehr zu wecken. Dies erfordert aber einen langen Atem – sowohl beim handelnden Unternehmensarchitekten als auch beim EAM-Sponsor.

Wie ist Ihre Sicht auf dieses Thema?

Diskutieren Sie mit unserer Autorin Inge Hanschke über EAM für den Mittelstand! Schreiben Sie uns Ihre Meinung im Kommentar oder auch gerne per Mail an hanser-update@hanser.de!

44071_cMehr zum Thema erfahren Sie im Buch Lean IT-Management – einfach und effektiv von Inge Hanschke.

Lesen Sie auch die weiteren Beiträge der Autorin: Erfolgsfaktor Lean ITM und Veränderungen wirkungsvoll managen – so geht’s!

 

 

 

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