Artikelreihe Python 3 von Bernd KleinAktuell ist die zweite überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches „Einführung in Python 3″ erschienen. Wir haben zu diesem Anlass ein Interview mit dem Autor Bernd Klein geführt, den Sie vielleicht bereits als Verfasser des Buches sowie der Blogserie Artikelreihe Python 3 kennen. Im Anschluss gibt es noch einen Platz in seinem Seminar zu gewinnen!

 

Herr Klein, die erste Auflage Ihres Buches kam im Juli letzten Jahres heraus. Es war Ihr erstes Buch – wie kamen Sie zu dem Buchprojekt?

Antwort: Genau ein Jahr vorher, also Juli 2012, erhielt ich eine E-Mail von Frau Bauer-Schiewek vom Hanser Verlag mit der entscheidenden Frage „hätten Sie Lust und Zeit, ein Python-Buch zu schreiben?“ Lust ja, sehr viel Lust, war das spontane Gefühl, aber Zeit wäre ein Problem. Immerhin bedeutete es, dass ich von der Auftragserteilung bis zur Fertigstellung meinerseits nur ungefähr sechs Monate Zeit haben würde.

 

Wie haben Sie es dann in so kurzer Zeit geschafft?

Glücklicherweise musste ich nicht von Null anfangen. Ich konnte von meinen umfangreichen Kursunterlagen, – d.h. Beispiele, Diagramme, Übungsaufgaben, usw. – zehren. Außerdem hatte ich bereits einiges zu Python im Internet veröffentlicht. Aber dennoch blieben viele Wochenenden und Abende harter Arbeit übrig, die ich aber dennoch genossen habe.

 

Und wie war es dann, Ihr erstes eigenes Buch in den Händen halten zu können?

„Toll“, aber das ist sicherlich untertrieben. Es ist einfach wundervoll das Geschriebene dann in hervorragender Druckqualität in Händen zu halten zu können!

[Allerdings ist es nicht mein erstes eigenes Buch, aber das erste veröffentlichte Buch. Ich habe bereits eine Biografie und einen Roman über Evariste Galois geschrieben sowie einen Roman, der gleichzeitig im alten Etrurien und der neuzeitlichen Toskana spielt.]

 

Freuen Sie sich, die zweite Auflage des Buches nun fertiggestellt zu haben?

Definitiv! Ich habe die Gelegenheit genutzt das Buch zu vervollkommnen. Bei aller Sorgfältig schleichen sich halt immer kleine Fehler oder ungenaue Formulieren ein, besonders in einer ersten Auflage. Außerdem habe ich einiges ergänzt.

 

Wenn man die Bücher vergleicht fällt einem auf, dass es zusätzliche Kapitel gibt, wie beispielsweise die Kapitel zu Ein- und Ausgaben in Python?

Da sich mein Buch an Ein- und Umsteiger richtet, fand ich es wichtig auf diese Themen besonders im Hinblick auf die Programmierneulinge einzugehen.

Besonders die formatierte Ausgabe hat einige Skurrilitäten. So kann man seine Ausgaben einmal im klassischen C-Stil oder im Python-Stil formatieren. Eigentlich ganz untypisch für Python, dass es zwei verschiedene Wege zum Ziel gibt.

 

Außerdem fällt einem sofort auf, dass das Kapitel über die Objektorientierung deutlich gewachsen ist und zusätzliche Unterkapitel enthält.

Mir war es sehr wichtig noch genauer auf die Besonderheiten von Python bei der OOP einzugehen.

 

Bei OOP denken viele wohl zunächst an Programmiersprachen wie Java und C++. Geht Python eigene Wege?

Zunächst einmal: Python3 ist ohne wenn und aber eine objektorientierte Programmiersprache. Python3 ist auch konsequenter, um es salopp zu sagen: Es gibt nichts als Klassen.

 

Aber zurück zu meiner Frage: Wo sind die Unterschiede zu Java und C++?

In diesen Sprachen gibt es ein „Muss“: Attribute müssen im Prinzip immer privat sein und damit Benutzerinnen und Benutzer einer Klasse solche Attribute ändern können, müssen Klassendesigner Getter und Setter Methoden zur Verfügung stellen. In Python kann man Attribute meistens getrost public oder öffentlich machen und sie später bei Bedarf über Properties kapseln.

 

Daher wohl auch der Name Ihres Kapitels „Public-Attribute statt private Attribute“.

Genau. Aus Sicht und von den Möglichkeiten Javas‘ und C++ aus gesehen eigentlich eine Provokation. Würde man es in diesen Sprachen so machen, zeigte man, dass man keine Ahnung von OOP hätte, aber Python ist halt anders!

Mehr dazu in meinem Buch.

 

Recht schnell starteten wir hier auf Hanser Update Ihre Phyton 3-Reihe, die sich in losen Abständen wichtigen Themen und Randbereichen des Themenbereichs gewidmet hat. Die Themen waren Graphen in Python, Excel-Dateien von Python lesen, Natural Language Toolkit und zuletzt Pickle und Shelve. Finden sich die Themen nun auch in der zweiten Auflage des Buches wieder, das aktuell erschienen ist?

Hier muss ich Sie leider enttäuschen. Außer einem Kapitel über Pickle und Shelve werden Sie diese Themen nicht im Buch finden. Pickle und Shelve sind sehr wichtige Module, die von allgemeinem Interesse sind. Die anderen Themen sind Spezialthemen, die den Rahmen und die Intention meines Buches gesprengt hätten.

 

Hätte das Thema „Natural Language Toolkit“ nicht auch gut zu ihrem Kapitel über die Dokumentenklassifikation gepasst?

Auf jeden Fall, aber auch die Dokumentenklassifikation ist ein Gebiet, das weit über den Rahmen des allgemeinen hinausgeht. Deshalb befindet es sich auch im dritten und letzten Teil meines Buches, in dem ich fortgeschrittenen Programmieren einen Ausblick über die Möglichkeiten von Python geben will.

 

Ein Schmankerl haben Sie ja noch für unsere Leser: Sie verlosen einen Seminarplatz unter denjenigen, die Ihre schwierige Gewinnspielfrage beantworten können. Oh, jetzt habe ich schon ein Detail verraten…

Und hier kommt sie schon, die Gewinnspielfrage:

Leute, die besonders von Python begeistert sind und die Sprache mit all Ihrer Schönheit und Besonderheit verinnerlicht haben, nennt man:

a) Pythonidae

b) Pythonistas

c) Monties

Alle Leser aufgepasst: Beantworten Sie Herrn Klein die Gewinnspiel-Frage via Email und gewinnen mit etwas Glück einen Platz in seinem Python-Seminar! Schicken Sie Ihre E-Mail mit dem Betreff „Teilnahme am Python-Gewinnspiel“ und Ihrer Antwort an gewinnspiel@bodenseo.de. Die Teilnahme ist bis zum 31.1.2015 möglich. Aus allen richtigen Einsendungen wird ein Gewinner per Los ermittelt, per E-Mail benachrichtigt und hier im Blog und auf der Website des Autors bekannt gegeben.

Dabei gelten natürlich wie immer unsere Gewinnspiel Teilnahmebedingungen.

Das Gewinnspiel ist beendet und die Gewinnerin ermittelt: Auf einen kostenlosen Python-Kurs bei Bernd Klein darf sich Nicole Stokes freuen! Sie wird per Email von Bernd Klein benachrichtigt. Wir Gratulieren! [20.2.2015]