vorgestellt!-Stefan TothIn diesem Interview dreht sich alles um Stefan Toth, Experte für Softwareentwicklung und –Architektur und Autor des Buches „Vorgehensmuster für Softwarearchitektur“, das gerade in der zweiten Auflage erschienen ist! Gemeinsam mit Stefan Zörner führt er die embarc GmbH, die ihr Fach- und Technologiewissen im Bereich Softwarearchitektur an Ihre Kunden weitergeben. Freuen Sie sich auf einen ganz persönlichen Beitrag von und mit ihm.

Herr Toth, Sie haben gerade die 2. Auflage Ihres Buches Vorgehensmuster für Softwarearchitektur veröffentlicht. Was ist denn neu in der zweiten Auflage?
In der zweiten Auflage habe ich viele Verbesserungsvorschläge eingearbeitet und einige Themen ergänzt auf die ich immer wieder angesprochen worden bin. Ich habe meine Erfahrungen mit Architektur-Kata, auch in Verbindung mit den anderen Mustern im Buch, einfließen lassen. Außerdem beschäftigt sich nun ein eigenes Kapitel mit der richtigen Anwendung der beschriebenen Vorgehensmuster. Erstmals wird darin auch explizit auf das Mapping zu Scrum eingegangen. Viele Musterbeschreibungen sind in der neuen Auflage überarbeitet worden, teilweise auch mit verbesserten Grafiken. Insgesamt handelt es sich um eine konsequente Weiterentwicklung, in der ich versucht habe, einige Stärken auszubauen, Schwächen auszumerzen und bestehende Lücken zu füllen.

Warum liegt Ihnen das Thema am Herzen?
Weil ich in praktisch jedem Projekt, in dem ich arbeite, Anwendungsmöglichkeiten für schlanke Architekturpraktiken sehe. In einigen Fällen wird Architektur recht ziellos entwickelt, in anderen verlieren sich Architekten und Entwickler in Meetings. Firmen führen Scrum ein, nur um wenig später desillusioniert in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Andere sind sehr verunsichert, was die Architektenrolle heutzutage noch bedeutet oder wie sie gelebt werden soll. Die Praktiken aus meinem Buch haben mir in solchen Situationen geholfen und es ist mir ein Anliegen, sie kompakt und einfach anwendbar darzulegen. Die Rückmeldungen zur ersten Auflage bestätigen mich da und treiben mich auch an. Ich kämpfe bei jedem Kunden gegen Dogmen und für Pragmatismus – Das liegt mir am Herzen und das soll auch dieses Buch zeigen.

Kommen wir nun zur praktischen Frage, was Ihr Autorendasein betrifft: wie sieht denn Ihr typischer Arbeitsablauf am Manuskript aus?
Den gibt es eigentlich nicht. Ideen kommen unberechenbar und neue Erfahrungen beim Kunden sind nicht wirklich planbar. Haben wir bei embarc einen spannenden Kunden mit einem interessanten Problem, versuche ich natürlich mir gut funktionierende Dinge einzuprägen. Klappt das auch bei anderen Kunden, kommt bei mir zu Hause ein Post-It an die Wand. Irgendwann priorisiere ich die Post-Its und arbeite am spannendsten Thema einige Tage nur im Kopf und mit einigen Skizzen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem ich dann schreiben kann und es einfach aus mir raus muss. Das geht im ersten Wurf recht flott. Meistens versuche ich dann noch, meine Kollegen oder andere Bekannte die ich schätze einzubinden, um Feedback zu bekommen, Aspekte zu ergänzen und die Sache rund zu machen.

Was hat Ihnen am Schreibprozess des letzten Buchprojektes besonders gefallen und was würden Sie das nächste Mal anders machen?
Das Interessanteste war, dass ich vieles neu entdeckt und vertieft habe. Einige Themen fand ich in meiner Praxis schon recht langweilig und so gut verstanden, dass ich kaum noch Lust hatte darüber zu reden. Wenn man dann aber beginnt, ein Buch zu schreiben, rollt man viele Themen doch noch Mal grundsätzlicher auf, findet neue Quellen, neue Inspiration und erkennt neue Zusammenhänge. Äußerst lohnend.
Anders machen würde ich wenig. Ich habe im Laufe des Schreibprozesses einiges gelernt und verändert, das passt. Ich würde immer wieder im Frühjahr/Sommer schreiben weil ich manchmal auch um 21:00 Uhr noch Lust hatte, mich auf die Terrasse zu setzen und zu schreiben. Ich würde mir auch immer wieder mehrere Tage oder sogar Wochen am Stück nehmen, um an einem Buch zu arbeiten – die ersten Tage sind meist verschenkt, an einem Wochenende komme ich höchstens gegen Ende in meinen Rhythmus und Schreibfluss…

Haben Sie schon eine neue Buchidee oder schreiben Sie bereits an einem neuen Buch?

Nein. Mein nächstes Buchprojekt wird wieder in eine Lücke stoßen, die ich sehe und muss mich fesseln können. Momentan sehe ich da einige Ansätze, aber noch nichts was relevant und vollständig genug ist.

Vielen Dank für das Interview und die Einblicke in Ihre Arbeit!