Ross, Hilfreiche Apps und Tools für App-EntwicklerBei der täglichen Arbeit des App-Entwicklers gibt es immer wieder Herausforderungen, die ganz einfach zu bewältigen sind. Hierbei sollte im virtuellen Handwerkergürtel des Entwicklers für alles ein Tool parat sein. Laut Apple z. B. ist Xcode die komplette Entwicklungsumgebung und damit alles, was der Entwickler braucht. Das stimmt zwar im Prinzip, aber es gibt immer wieder kleine Kniffe und Tools, die das Leben einfacher machen. Hier sollen nun einige davon vorgestellt werden. Die Auflistung ist natürlich nicht vollzählig, aber als Gedankenanstoß für die eine oder andere Idee immer gut. Hier werden von der Idee bis zur fertigen App nützliche Tools rund um den Lifecycle vorgestellt.

Bevor es mit der Entwicklung einer Anwendung losgeht, steht meist das sogenannte Mocken oder Scribbeln auf dem Plan. Dieses Transportieren einer Idee zu einer App soll möglichst ohne viel Aufwand dargestellt werden; zwar abstrakt, aber immer noch greifbar, um einen Ablauf in sogenannten MockUps abzubilden. Es gibt viele MockUp Tools, unter denen das hier vorzustellende Balsamiq eines der ältesten am Markt ist. Es hat bereits einige Entwicklungszyklen auf dem Buckel. Eigentlich ist das Tool, das sowohl unter Windows und Mac arbeitet, einmal für das Konzeptionieren von Desktop-Anwendungen gedacht gewesen. Da dieses Point+Click Tool mit sogenannten Schablonen arbeitet, wurden sehr schnell auch mobile Anwendungen möglich. Diese Schablonen bilden verschiedene Bedienelemente ab; vom iPhone bis zum Samsung Gerät ist alles zu bekommen. Verschiedenste GUI-Elemente stehen auch bereit. Dabei können Button-Clicks zu anderen MockUps verbunden werden. Damit lassen sich auch verschiedene Klickstrecken durch Menüs einer möglichen Anwendung dynamisch simulieren. D.h., es kann auf Elemente geklickt werden, die dann wie bei Hyperlinks in andere Anwendungsabschnitte verzweigen. Abgerundet wird das Ganze durch einen Bild- und PDF-Export. Balsamiq Mockup ist unter https://balsamiq.com/products/mockups/ ab 89 $ zu beziehen und sollte bei keinem Entwickler fehlen.

Doch manchmal fehlt auch einfach die Idee. Der Kunde hat keine Vorstellung für seine App und daher wenig, um mit Ihnen einen MockUp zu erstellen. Es kann aber auch sein, dass Sie Entwickler sind, aber kein Designer. Dann ist die Seite Pttrnshttp://pttrns.com/ genau richtig für Sie. Natürlich können sich hier auch Designer Inspiration holen. Pttrns zeigt dabei, wie ein Log-in-Screen oder wie Karten bzw. Listen gestaltet werden können. Neben iPhone und iPad ist hier auch schon die Apple Watch zu finden. Sogar Android-Entwickler werden fündig. Dabei geht es hier rein um die visuelle Gestaltung von Apps und nicht um den Code, der diese baut. Die Seite stellt dabei verschiedene Kategorien für die Suche bereit. Fehlt also einmal die Inspiration, kann Pttrns schnell helfen.

Jetzt wo sich die App-Idee manifestiert hat und auch schon MockUps entworfen wurden, fehlt leider noch die Grafik. Wer auf der Suche nach guten Icons ist, ist bei Glyphish genau richtig. Sicherlich können eigene Icons für das Beschreiben eines E-Mail-Buttons oder ähnliches selber erstellt werden. Jedoch stellt dieser Dienst aktuell mehr als 1.600 Icons zur Verfügung, die sofort einsatzbereit sind. Das heißt konkret, dass die verschiedenen Auflösungen für die direkte Verwendung mit Xcode zur Verfügung stehen. Ist ein Icon ausgesucht, muss dieses normalerweise für die verschiedenen Auflösungen der iPhone-Familie optimiert werden. Glypish hat diese Arbeit bereits erledigt. Dabei wird das iPhone 6 bereits unterstützt. Aktuell ist die Icon-Sammlung für derzeit 99 $ zu erhalten; ein Betrag, der gut angelegt ist. Jeder sollte hier fündig werden, bevor er selbst mehrere Stunden an der Icon-Erstellung im Eigenbau vergeudet. Glyphish – http://glyphish.com/

Wahrscheinlich ist nun der Entwickler dabei, die Anwendung mit Xcode zu erstellen. Danach folgt das Versehen der App mit Screenshots für den AppStore. Hier hat Apple ja bereits einiges an Tooling in den Simulator gepackt, allerdings ist der normale Screenshot aus dem Emulator meist nie so aufregend, wie die, von den großen Studios. Hier werden beispielsweise Unschärfe-Effekte oder Spiegelungen des Gerätes bei laufender App verwendet. Auch werden gerne Bilder von Personen gezeigt, die die geöffnete App auf dem iPhone in die Kamera halten. Daher hat sich die Seite http://shapeitapp.com/ dieses Problems angenommen. Vom iPhone bis zum Android-Gerät können hier die normalen 2D-Screenshots aus dem Emulator hochgeladen und mit Templates verschönert werden. Soll es ein iPhone 5 mit der laufenden App von der Seite mit Spiegeleffekt sein, kein Problem. ShapeitApp ist zwar noch im Alpha Stadium, aber der Dienst läuft wunderbar und ist dazu auch noch kostenlos.

Die App ist fertig. Die Screenshots sind aufgehübscht, jetzt kann die App mit Erfolg starten. Aber Apple wie auch Google möchten beim Einreichen der App auch eine Support-Seite für Nutzerfragen. Abgesehen davon, wollen Sie als Entwickler doch sicherlich Ihre App auch selbst vermarkten und featuren. WordPress ist für die meisten Indie-Entwickler genau das richtige Tool. Dieses Blogging-Tool benötigt dabei auf Serverseite keine großen Systemvoraussetzungen. Das angebotene PHP-Modul und die MySQL-Datenbank, die die meisten Hoster in ihren Serverpaketen anbieten, reichen für die Installation aus. Diese ist dann schnell erledigt. Leider ist das Standard Grafik-Template immer das gleiche. Für diesen Fall gibt es aber einen großen Markt für Vorlagen bzw. Themes. Doch wo können Sie solche Themes und Templates bekommen? Der kostenlose Theme Sinapp ist speziell für das Featuren von Apps erstellt worden. Damit ist es möglich, schnell und einfach eine professionelle App-Site zu erstellen. Nach der Installation von WordPress wird noch der Sinapp WordPress Theme installiert und es kann losgehen. Screenshot hochladen und die finale Version der App einreichen. Sinapp-Wordpress – http://www.themeskingdom.com/wordpress-themes/sinapp-free-iphone-app-promo-wordpress-theme.

Die App wurde in den Store gestellt. Doch leider werden etwa 25 % der eingereichten Apps bei Apple abgewiesen, da ein eigener Account erstellt werden muss. Konkret heißt dies, ein Benutzer erstellt in Ihrer App ein Konto bzw. Log-in. Dies wird dann auf Ihrem Server oder dem eines Ihrer Dienstleister, wie z. B. einem BaaS-Anbieter, erstellt. Eigentlich kein Problem, aber für so einen Fall will Apple zwingend eine Privacy-Policy. Diese soll dem Nutzer vorher angezeigt werden. Technisch sicherlich kein Problem, ein modaler Dialog, der bestätigt werden soll. Damit dieser aber auch rechtlichen Ansprüchen genügt, bietet Iubenda einen Generator für genau diese Art von Texten an. Der Generator unterscheidet dabei auch nach Land der Auslieferung. Damit steht der deutschen wie auch englischen Privacy Policy nichts mehr im Weg. Generell werden neben den Rechtstexten für Mobile Apps aber auch andere Themen, wie Facebook-Policies oder Disclaimer für Webseiten, angeboten. Damit ist Ihnen viel Arbeit abgenommen. Trotzdem gilt, wenn es perfekt sein muss: ein Anwalt hilft immer gern. Iubenda – http://www.iubenda.com/en/mobile

Jetzt, da die App im deutschen App Store ist und sich ein Erfolg abzeichnet, benötigt es natürlich lokalisierte Versionen. Anwender aus anderen Ländern bevorzugen, wie auch wir, ihre eigene Landessprache in den Apps. Leider sind nicht alle Entwickler auch Polyglotte, die mehrere Sprachen sprechen. Damit ist das Übersetzen eine Herausforderung. Rein technisch ist dies in iOS oder Android nicht schwierig. Es sind Übersetzungsdateien vorgesehen, aber trotz des Google Translator geht nichts über eine richtige Übersetzung von Native-Speakern. Für Englisch mag jeder im Bekanntenkreis einen Freund haben, bei Französisch oder gar Schwedisch lichten sich die Reihen der sicheren Fremdsprachler. Für dieses Problem bietet der Dienst Unbabel eine günstige Alternative. Der Dienst bedient sich zwar des klassischen Preis-pro-übersetztem-Wort-Abrechnungsmodell, aber die Umsetzung ist dabei neu. Es werden sowohl Maschinen-Übersetzungen als auch Vorverarbeitungen genutzt, die aber immer von Native-Speakern auf der ganzen Welt überarbeitet werden. Dabei hat diese Sprach-Community Übersetzungszeiten bis zu 15 Minuten nach dem Absenden des Textes. Auf diese Weise kann also der eigene Text in der App schnell und professionell lokalisiert werden. Unbabel – https://unbabel.com

Aber auch nach dem Release einer App ist der Lifecycle nicht abgeschlossen. Mit dem letzten Tool Tipp soll es um das Auswerten der App gehen. Wer hat wie viele Downloads? Wo und wie viele Crashes gibt es, welche Marktanteile in welchen Ländern können ausgemacht werden? Viele dieser Fragen lassen sich bereits mit den Tools der App Store-Anbieter wie Apple und Google beantworten. Hier soll aber neben der Schar von kommerziellen Anbietern noch Countly angesprochen werden. Wie bei anderen Analytics-Diensten werden auch hier als Software as a Service, also wenn die Software vom Hersteller gehostet bzw. betrieben wird, einige Monatsgebühren fällig. Wenn der Entwickler den Quellcode von Countly aber auf dem eigenen Server hostet und ausführt, kann es kostenfrei verwendet werden. (Community-Edition https://count.ly/community-edition/). Das ist natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber zum Anfang besser als nichts und die Daten bleiben dabei auf Ihrem Server unter Ihrer Kontrolle.

Damit ist die kleine Reise durch die Tools schon abgeschlossen. Es war hoffentlich für jeden Leser etwas dabei, das den Alltag der App-Entwicklung und Wartung etwas einfacher macht.