Finkenzeller_vorgestellt!In diesem Interview dreht sich alles um Klaus Finkenzeller, Experte der Entwicklung kontaktloser Chipkarten und RFID-Systeme und Autor des Buches „RFID Handbuch“, das Anfang August erschienen ist! Freuen Sie sich auf einen ganz persönlichen Beitrag von und mit ihm.

Sie haben gerade die 7. Auflage des RFID-Handbuches veröffentlicht. Was ist denn neu in dieser Auflage?

Die wichtigsten Themen sind, wie auch schon in den vorhergehenden Auflagen, die Normung von RFID Systemen und die weltweite Funkregulierung. Es gibt eine Vielzahl von Themen in der Normung, die zu einer ständigen Verbesserung der Systeme führen. Hier gilt es, den Anschluss nicht zu verlieren um dem Leser immer einen aktuellen Überblick geben zu können.

Neu hinzugekommen sind aber auch Kapitel zur UHF Messtechnik, zur Entwicklung von Antennen für HF Transponder und ein Update zum neuen Personalausweis (nPA). Beides Themen, die schon lange auf der „Wunschliste“ standen. Auch viele kleine Details habe ich für diese Auflage überarbeitet. So wurden viele Graphiken neu gezeichnet und auch einige Verbesserungsvorschläge sind eingeflossen.

 

Warum liegt Ihnen das Thema am Herzen?

Ich beschäftige mich seit meiner Jugend mit Funktechnik, was mich dann auch zum Studium der Nachrichtentechnik motiviert hat. Als ich vor über 20 Jahren zum ersten Mal in einem Projekt mit RFID in Berührung gekommen bin, hat mich diese Technologie sofort fasziniert. Neben vielen, aus der klassischen Funktechnik bekannten Komponenten, wie Antennen oder Modulationsverfahren, verwendet RFID auch sehr spezifische Verfahren wie die Backscatter und Lastmodulation auf dem Rückkanal. Das hat sofort mein technisches Interesse geweckt. Heute begeistern mich vor allem die Vielfalt an Anwendungen, welche RFID in den letzten 25 Jahren implementiert haben, aber auch die unglaubliche technische Weiterentwicklung der Systeme in dieser Zeit. Durch die vielen Kontakte zu Universitäten, Instituten und zu anderen Firmen, kann ich technische Entwicklung an vorderster Front mitverfolgen und mitgestalten, was mir besonders viel Freude bereitet.

 

Kommen wir nun zur praktischen Frage, was Ihr Autorendasein betrifft: wie sieht denn Ihr typischer Arbeitsablauf am Manuskript aus?

Hauptberuflich arbeite ich als Technologie Experte in der Forschung und Entwicklung von RFID-Systemen. Ich kann also nur in meiner Freizeit schreiben, weshalb ich das immer in die Monate zwischen Oktober und März verlege, um die langen Abende zu nutzen, denn da kann ich mich am besten auf das Schreiben konzentrieren. Ich schreibe also nur wenige Monate an einer Auflage, dann ist Zeit für eine kreative Pause.

Lange bevor ich den Text zu Papier bringe, habe ich die technischen Zusammenhänge aber quasi schon als Bild im Kopf. Das ist auch der Grund, warum ich in einem neuen Kapitel immer zuerst die Bilder zeichne. Während des Zeichnens gehen mir schon mögliche Formulierungen durch den Kopf. Für mich ist es so am leichtesten, den roten Faden zu behalten. Wenn das Bild im Kopf rund wird, fließt der Text dann plötzlich ganz wie von selbst in die Tastatur.

 

Was hat Ihnen am Schreibprozess des letzten Buchprojektes besonders gefallen und was würden Sie das nächste Mal anders machen?

Der schönste Moment im Schreibprozess ist, genau wie oben beschrieben, der Moment wenn sich die Bilder und Prozesse die ich schon im Kopf habe, zu einem Text zusammenfügen. Ich kann dann einen Absatz oder ein Kapitel in einem Rutsch herunter schreiben und habe anschließend den Kopf wieder frei für andere Dinge.

Das hat sich nun schon über viele Auflagen bewährt, das würde ich auch nicht mehr anders machen.

 

Haben Sie schon eine neue Buchidee oder schreiben Sie bereits an einem neuen Buch?

Ideen hätte ich eine ganze Menge. So habe ich mich in der Vergangenheit auch intensiv mit der Mikroprozessor Programmierung in Assembler befasst. Leider fehlt mir aber einfach die Zeit, ein zweites Buch zu schreiben. Eine weitere Auflage des RFID Handbuchs wird es aber in jedem Fall geben.