Ziegler_PrivatsphaereAm kommenden Montag wird das neue Buch Sicher in sozialen Netzwerken von Manuel Ziegler erscheinen. Darin thematisiert Manuel Ziegler die Privatsphäre der Internetnutzer. Besonders der Schutz der Privatsphäre steht dabei im Vordergrund. Anlässlich des Erscheinens dieses Buches können Sie einen Platz im Dezember stattfindenden Workshop Privatsphäre im Internet mit Manuel Ziegler gewinnen. Im Interview erklärt Manuel, was es damit auf sich hat und wie Sie einen Platz gewinnen können.

 

Redaktion: Am kommenden Montag wird Ihr neues Buch Sicher in sozialen Netzwerken erscheinen. In aller Kürze: Worum geht es darin?

Manuel Ziegler: Im weitesten Sinne geht es um die nicht vorhandene Privatsphäre der Internetnutzerinnen und darum, wie man als Nutzerin zumindest einen kleinen Teil seiner Privatsphäre bewahren kann. Sowohl Staaten als auch einige große Internetkonzerne verfolgen jeden einzelnen Schritt einer Nutzerin im Internet und mit der zunehmenden Allgegenwärtigkeit mobiler Geräte auch im realen Leben. In meinem Buch zeige ich auf, welche ausgefallenen Technologien Unternehmen und Staaten zu diesem Zweck einsetzen und biete Lösungswege an, mit denen Nutzerinnen dieser totalen Überwachung entfliehen können.

 

Einstufungstest zur Beurteilung Ihrer Privatsphäre im Internet

Redaktion: Auf network-privacy.org, der Webseite zum Buch, haben Sie einen Einstufungstest zur Bewertung der Privatsphäre einer Nutzerin im Internet zur Verfügung gestellt. Was hat es damit auf sich?

Manuel Ziegler: Ich habe besonders seit den Veröffentlichungen von Edward Snowden im Jahr 2013 beobachtet, dass viele Menschen von der globalen Überwachung durch NSA und Co. ebenso wie von der Tragweite des Benutzertrackings bei Google und Facebook zwar schockiert sind, sich jedoch nicht intensiver mit dem Schutz ihrer Privatsphäre, egal ob auf politischem oder technischem Wege, befassen wollen. Ich persönlich führe diese „verbale Aufgeschlossenheit bei weitestgehender Verhaltensstarre“[1] neben der Bequemlichkeit der Menschen auf zwei wesentliche Faktoren zurück: Einerseits ist vielen Menschen die Tragweite dieser Überwachung nicht bewusst. Für sie handelt es sich um eine abstrakte Bedrohung, deren Auswirkungen sie bislang nicht bewusst zu spüren bekommen haben und unter der sie sich aus diesem Grund kaum etwas vorstellen können. Andererseits scheinen mir sehr viele Menschen das Sicherheitsargument der Regierungen zu schlucken, mit dem eine Überwachung der Bürgerinnen zugunsten einer größeren Sicherheit (zum Beispiel vor Terroranschlägen) gerechtfertigt wird.

Mit dem von mir entwickelten Privatsphäre-Einstufungstest hoffe ich, Nutzerinnen besser zu verdeutlichen, aufgrund welcher Aktivitäten im Internet sie von welcher Partei überwacht werden und damit zumindest den ersten der beiden genannten Faktoren zu verringern.

Zugegeben, der Einstufungstest befindet sich momentan noch in einer recht frühen Phase, bei der nicht viel mehr als eine Handvoll Informationen abgefragt werden, aufgrund derer dann die Privatsphäre der Nutzerin bestimmt werden soll. Der Test soll allerdings in Zukunft noch weiter ausgebaut werden, um Nutzerinnen noch wesentlich umfassendere Informationen über deren Privatsphäre und auch Tipps zur Steigerung derselben zu bieten. Trotzdem glaube ich, dass der Einstufungstest bereits in seiner jetzigen Form eine plausible Einschätzung der Privatsphäre der meisten Internetnutzerinnen liefern kann.

 

Workshop „Privatsphäre im Internet“

Redaktion: Und die Teilnahme an diesem Einstufungstest lohnt sich umso mehr, als dass Sie bis zum 29. November auch an der Verlosung von fünf Plätzen im Workshop „Privatsphäre im Internet“ teilnehmen können, der die Themen Benutzertracking, Staatliche Überwachung und Sicherheitsvorkehrungen behandeln wird und hier im Dezember im Verlag stattfindet. Was können Teilnehmer/-innen in diesem Workshop lernen und an wen richtet sich dieser?

Manuel Ziegler: Ziel dieses Workshops ist es vor allem, den Teilnehmern/-innen bei der Internetnutzung praxistaugliche Werkzeuge zum Schutz ihrer Privatsphäre an die Hand zu geben. Natürlich sollen dabei auch die Hintergründe vermittelt werden, aber vor allem sollen die Teilnehmerinnen anschließend dazu in der Lage sein, ihre Privatsphäre in der Praxis zu schützen.

 

Redaktion: Ja, das klingt doch klasse; das wird sicher auf offene Ohren bei unseren Lesern stoßen! Herzlichen Dank, Herr Ziegler und allen Teilnehmerinnen wünschen wir viel Erfolg beim Gewinnspiel! Hier geht’s zum Einstufungstest und zum Gewinnspiel auf network-privacy.org:

 

[1] Diese Bezeichnung stammt ursprünglich von Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim im Bezug auf das gesellschaftliche Rollenbild und die Emanzipation der Frau aus Perspektive der meisten Männer. Vgl. Beck, Ulrich und Beck-Gernsheim, Elisabeth: Das ganz normale Chaos der Liebe, 12. Auflage, 1990, Suhrkamp, Frankfurt am Main