Swift ist Open SourceEnde 2015 hat Apple sein Versprechen wahr gemacht: Swift ist nun Open Source! Die neue Programmiersprache aus dem Hause Cupertino hat unter dem URL swift.org eine neue Heimat gefunden, in der künftig aktuelle Informationen zur Weiterentwicklung der Sprache sowie passende Download-Pakete bereitstehen werden. Doch welche möglichen Auswirkungen hat diese Freigabe für uns Entwickler und die weitere Zukunft der Sprache selbst? Sicherlich haben sehr viele Entwickler, die bereits mit Swift gearbeitet haben und/oder noch immer arbeiten einmal über diese Frage nachgedacht, und in diesem Beitrag möchte ich meine persönlichen Gedanken dazu mit euch teilen.

 

Das Interesse an Swift

Seit ihrer erstmaligen Vorstellung auf der WWDC 2014 ist Swift – zumindest unter Apple-Entwicklern – bereits zu einer extrem beliebten Programmiersprache avanciert. Die Syntax ist deutlich besser lesbar als die von Objective-C und gerade der Wechsel von einer anderen Programmiersprache nach Swift gelingt meist einfacher, da Swift viele ähnliche Elemente von „kleinen“ Skriptsprachen wie Python enthält.

Da verwundert es nicht, dass sich durchaus auch Entwickler anderer Plattformen außerhalb des Apple-Universums für Swift interessieren. Spätestens seit Apples Ankündigung, Swift Open Source werden zu lassen, ist das dahingehende Interesse an der Programmiersprache noch weiter gestiegen. Und seit Anfang Dezember ist es nun endlich soweit.

Die Plattform swift.org

Auf der neuen Website swift.org hat Apple allen Quellcode und alle Ressourcen zu Swift veröffentlicht und online gestellt. Selbst auf GitHub ist Apple mit all diesen Ressourcen vertreten. Bisher stellt Apple dabei Binaries in Form von Snapshots zum Download bereit, die für OS X und Linux (Ubuntu 15.10 und 14.04) zur Verfügung stehen. Es ist davon auszugehen, das in Zukunft weiterer solcher Binaries für andere Plattformen folgen werden. Ich denke einmal, das womöglich Windows in 2016 ebenfalls passende kompilierte Binaries für Swift erhalten wird.

Daneben enthält swift.org auch einen eigenen Blog, in dem die Apple-Entwickler über den aktuellen Stand und kommende Änderungen informieren. Ebenso finden sich auf der neuen Website genaue Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Installation und Nutzung von Swift sowohl unter OS X als auch Linux sowie alle nötigen Informationen zu den Open Source-Projekten, die in direktem Zusammenhang mit der Programmiersprache selbst stehen (wie beispielsweise der Compiler oder die bereits in einem separaten Beitrag auf Hanser Update vorgestellte Swift REPL).

Was wir von swift.org erwarten dürfen

Direkt nach Start von swift.org habe ich mich einmal in diverse Mailinglisten eingetragen, die Apple zusammen mit der neuen Webplattform eingeführt hat. Ich war neugierig und habe mich selbst sodann auch in mehrere dieser Listen eingetragen (vorrangig in diejenigen, die mich auch persönlich interessierten). Nicht gerechnet habe ich allerdings mit einem so regen Schriftverkehr, wie ich ihn in den Tagen darauf in meinem Postfach erlebt habe. Hunderte von E-Mails wurden über diese Mailinglisten gesendet und darüber Fragen zu Swift gestellt, über Design Patterns der Sprache diskutiert und Unterstützung bei der Installation unter Linux geboten. Ich war ziemlich davon überwältigt, wie groß das Interesse an der Freigabe der Programmiersprache offensichtlich tatsächlich war, und trug mich nach knapp zwei Wochen auch aus mancher Mailingliste wieder aus, da ich mit der Flut an Informationen einfach nicht hinterherkam und die E-Mails sowieso nicht mehr vernünftig verarbeiten konnte.

Offensichtlich findet Swift aber auch außerhalb des Apple-Universums großen Anklang. Mit der Freigabe als Open Source steht Apple aber sicherlich erst am Anfang, es war der erste kleine Schritt, die Verbreitung von Swift langfristig zu steigern und weitere Entwickler dafür zu begeistern. Nun muss Apple daran arbeiten, die Sprache auch in Zukunft aktuell zu halten und (sinnvoll!) weiterzuentwickeln und gleichzeitig auf die neu erwachte und zugleich erstarkte Community hören, die nun klar ihr Feedback zur Sprache äußern und auch gehört werden wollen. Hier wird erst die Zukunft zeigen, inwieweit Apple tatsächlich die Community in die Weiterentwicklung mit einbezieht.

Rosige Zeiten für Swift

Schlussendlich zeigt sich aber ganz deutlich, dass Swift auf einem mehr als guten Weg ist. Apple investiert so viel Zeit und Energie in die Weiterentwicklung und Optimierung der Sprache, was dafür sorgt, das Swift hinter sich eine immens starke treibende Kraft besitzt. Die nun dazugewonnene Open Source-Community tut ihr übriges, um Swift ebenfalls Auftrieb zu verleihen.

Jedoch muss man auch realistisch sagen, dass Swift noch immer am Anfang steht. Ja, ein Großteil der Apple-Entwickler (darunter auch ich) sind begeistert von dieser neuen Programmiersprache und setzen sie bereits produktiv ein. Doch die Welt außerhalb des reinen Apple-Universums ist groß, und Apple hat noch viel Arbeit vor sich, um andere Entwickler zu überzeugen und für Swift zu begeistern. Aber sie sind auf einem guten Weg. Ich bin gespannt, was der geplante Release von Swift 3 im Herbst 2016 Neues bringen wird, und wie es dann insgesamt mit Swift weitergehen wird.