Pia Kleine Wieskamp, PR- und Marketing-Verantwortliche, Trainerin und Bloggerin, hat mit uns ein Gespräch über ihr Buch Storytelling: Digital – Multimedial – Social geführt.

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Q: Storytelling – was ist das genau und was hat das mit Marketing zu tun?

Pia Kleine Wieskamp: Zunächst ist Storytelling einmal  eine Methode, um  Erlebnisse, Botschaften und Wissen in Geschichten weiterzugeben bzw. auf „neudeutsch“ zu „sharen“ – also zu teilen. Ohne Kommunikation, also dem sich mitteilen und zuhören, würden die Menschen nicht das sein, was sie sind – ein Teil einer Gemeinschaft. Storytelling besteht bereits seit es Menschen gibt, die mittels Erzählungen Erfahrungen und Lebensweisheiten aber auch Werte weitergaben. Nichts anderes sind Funde wie die Höhlenmalereien.
Eine Geschichte macht Fakten erst spannend, setzt Identifikation und Emotionen ein. Nun kommt die gute Nachricht: Wir Menschen sind alle Geschichtenerzähler. Wer nun sein Thema bewusst und gezielt an den Mann oder an die Frau bringen kann, setzt meist das Mittel Storytelling ein und ist ein Storyteller. Hierbei sollte im Vordergrund stehen, nachvollziehbare und verständliche Geschichten zu erzählen, die Emotionen und Interesse wecken und somit besser und häufig unbewusst im Gedächtnis verankert werden.

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Q: Was kann Visual Storytelling und welche Rolle spielt es in unserer technikdominierten Gesellschaft?

Pia Kleine Wieskamp: Visual Storytelling ist enorm wichtig und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gerade in unserer immer digitaler werdenden Gesellschaft kommunizieren Menschen ständig und schnell auch mobil – also von unterwegs – miteinander. Hier bedarf es einer eigenen „Kurzschrift“ – also Zeichen wie Emoticons, die multikulturell funktionieren, Informationen quasi dem emotionalen Touch geben  und schnell einsetzbar und schnell einsetzbar sind. Videos und Bilderwelten sind gerade bei jüngeren Zielgruppen sehr populär. Häufig suchen Menschen zunächst auf YouTube nach Antworten und nutzen YouTube statt Google als Suchmaschine. Auch das enorme Interesse und Wachstum an Live-Übertragungen und Live-Kommunikation zeigt, wie wichtig Visual Storytelling ist – und das mit steigender Tendenz.
Ein besonders wachsender Trend ist den Stories von Snapchat und neuerdings auch Instagram festzustellen, in denen Text, Bild und Video mit Kurztexten immer mehr zu einem Storykonstrukt verwoben werden. Die Anzahl der Worte wird geringer und findet oft mittels Stichpunkten (Hashtags) statt, die Botschaften mittels Tönen, Sprache, und Bildern bzw. Grafiken und Videos steigern sich.  Manche Symbole wie Daumen oder Smileys ersetzen geradezu Worte und halten bereits Einzug ins Schriftliche wie E-Mails, Interviews oder Zeitungsberichte. 🙂
Für Firmen ist vor allem der Aspekt wichtig, dass Visual Storytelling mit übergreifenden Key Visuals auch global funktioniert – man denke nur an Musikvideos.

Q: Ihre Einsteigertipps: Wie kann man als Unternehmen oder Selbstständiger Storytelling umsetzen?

Pia Kleine Wieskamp: Bevor Sie sich für ein Medium entscheiden und die ersten Gespräche zur Besetzung der Darsteller führen – in vielen Firmen weiß man direkt es wird ein Film und wer die Rollen übernehmen soll – beantworten Sie sich zunächst folgende Fragen:

  • Was sind meine Ziele?
  • Was ist meine Mission?
  • Wen will ich erreichen?

 

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Leider werden diese Fragen und natürlich auch die dazugehörenden Antworten oft vergessen. Hierauf beginnt eine „wertfreie“ Recherche, also ohne direkt Ideen aufgrund von möglichen Losten oder Aufwand direkt im Ansatz sterben zu lassen. Schauen Sie über den Teller- und Unternehmensrand auf beispielsweise andere Mitbewerber, auf andere Länder oder andere Themenfelder. Wie und vor allem was machen denn die anderen? Vergessen Sie nicht genauestens zu recherchieren, was denn Ihre Zielgruppe bewegt, welche Themen, welche Sprache, welche Medien dort eine Rolle spielen.
Er nach dieser Vorarbeit sollte man seiner Kreativität Lauf lassen und Storyideen entwickeln.

Man sagt: Wir machen jetzt einfach eine coole Geschichte? Aber so geht es nicht. Das Dritte ist für mich, auch mal über den Tellerrand zu denken. Nicht nur danach gehen: Was gibt es, was verkauft sich gut? Sondern der Kreativität freien Raum lassen.

Q: Wie entstand die Idee zu Ihrem Buch und was ist das Besondere daran?

Pia Kleine Wieskamp:  Ich habe sehr viele Trainings und Workshops im Bereich Storytelling gehalten. Dort kam häufig die Bitte: Zeig uns doch Beispiele erfolgreicher Storys, die aus Deutschland stammen, da viele US-Beispiele uns Deutschen oft zu emotional und somit nicht glaubwürdig erscheinen – ich nenne nur das Beispiel des Videos „A ticket to visit mum“ von British Airways India. So kam ich auf die Idee, Best Practise Cases aus Deutschland von in Deutschland ansässigen Firmen zu sammeln.
Auch habe ich in vielen Büchern zum Thema Storytelling die Tools vermisst, welche ich tagtäglich anwende. Nach einer Zusammenstellung für verschiedenste Vorträge und Seminare hatte ich bald Stoff für ein Buch zusammen.

Q: Ihr Buch Storytelling: Digital – Multimedial – Social in einem Satz auf den Punkt gebracht:

Pia Kleine Wieskamp:  Oh weh, hier zitiere ich einfach mal Klaus Eck, der in seinem Vorwort zum Buch betont: „Wer Storytelling beherrscht, erreicht und fasziniert Menschen.“

 

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Kleine Wieskamp, Storytelling

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