Im September hat Ralf Adams die zweite Auflage seines Werks SQL veröffentlicht. Wir sprachen mit ihm über die Neuerungen in seinem Buch und über SQL im Allgemeinen.

Was ist das Besondere an Ihrem Buch über SQL?

SQL kommt als Programmiersprache eher etwas trocken daher. Man kann damit keine Spiele erstellen oder Roboter steuern, so dass die Motivation für Auszubildende meist mau ist. In den Jahren, in welchen ich Datenbanken unterrichte, habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass SQL einen eignen Reiz hat – sozusagen Liebe auf den zweiten Blick. Daher versuche ich in dem Buch technisch spannende Sachverhalte liebevoll und didaktisch aufbereitet zu vermitteln. Viele Themen werden sehr ausführlich behandelt (beispielsweise die JOIN-Arten), obwohl die dahinter stehende Technik nicht so schwer ist. Ich erlebe aber, das gerade Anfänger sich schwer damit tun und es nur stotternd umsetzen können. Daher ist dieses Buch für erfahrene SQL-Programmierer an einigen Stellen etwas langatmig – aber hoffentlich trotzdem nicht langweilig –, aber für Auszubildende gut zum Einstieg geeignet.

An wen richtet sich das Werk?

  • Auszubildende, wie Fachinformatiker, Systemelektroniker, Informatikkaufleute und Informationstechnische Assistenten
  • Studenten mit dem Schwerpunkt der Anwendung von relationalen Datenbanken (die ausführliche Theorie sollte in den Vorlesungen vermittelt werden)
  • „Nurpragmatiker“, die etwas über Analyse und Design erfahren wollen
  • Fortgeschrittene SQL-Programmierer, denen bestimmte Aspekte (wie beispielsweise Benutzerrechte) unbekannt sind.

Was ist neu in der zweiten Auflage?

  • Aktualisierung auf die neue MySQL- und MariaDB-Version
  • Die Unterschiede zu MySQL/MariaDB und SQL3 werden an vielen Stellen stärker herausgearbeitet.
  • Die meisten Quelltexte liegen auch in einer PostgreSQL-Version vor.
  • An einigen Stellen wurden Inhalte in PostgreSQL vorgestellt, da diese in MySQL/MariaDB nicht vorhanden sind (z.B. rekusiver SELECT).

Die wichtigsten Infos zu den Servern MySQL, MariaDB und PostgreSQL:

Alle drei Systeme sind frei verfügbare, relationale Datenbankmanagementsysteme, die hervorragend für unterrichtliche Zwecke und für das Selbststudium geeignet sind. Sie zeichnen sich durch einen große Funktionsumfang und eine gute Dokumentation aus. Eine große Netzgemeinde unterstützt Anfänger wie auch Profis.
Ich persönlich ziehe aber MySQL/MariaDB vor. Die SQL-Befehle sind nicht so strikt implementiert und Einsteigern werden weniger technische Hürden in den Weg gelegt. Ebenso ist das Konzept AUTO_INCREMENT leichter beizubringen, wie der SERIAL (besonders, wenn es um das Zurückspielen von Backups mittels CREATE TABLE und INSERT geht). Ich möchte aber nicht behaupten, dass man nicht auch mit PostgreSQL gut Datenbanken bei den Auszubildenden einführen kann.
PostgreSQL hat dafür aber den Vorteil, in vielen Fällen deutlich näher am SQL3-Standard zu sein.

Ihre Tipps für Datenbank-Einsteiger:

Bauen Sie sich parallel zum Beispiel im Buch ein eigenes Projekt auf. Dies können

  • eine eigene Verwaltung von Sportveranstaltungen,
  • eine Literaturdatenbank,
  • ein Kassenbuch,
  • ein Fahrtenbuch,
  • eine Seminarverwaltung oder auch
  • Kuchen-/Kochrezepte sein.

 

Versuchen Sie nur nicht, von Anfang an alles perfekt zu machen. Es sind schon viele Projekte in Schönheit gestorben! Iterieren Sie besser von einer funktionierenden Teillösung zur nächsten, auch auf die Gefahr hin, vieles wieder umbauen zu müssen. Genau das passiert nämlich auch im echten Leben und Sie lernen eine Menge dabei.
Und zum Schluss wie für alle IT-Einsteiger: Sie brauchen sehr viel Neugierde und eine hohe Frustrationstoleranz.

 

Lesen Sie mehr über SQL in Ralf Adams neuen Buch:

adams_sql