Fragen – 5 Antworten – Dieses Mal steht unser Autor und Diplom Mathematiker Ralph Steyer für sein Buch „jQuery – Das universelle JavaScript-Framework für das interaktive Web und mobile Apps“ Frage und Antwort.

Alle 5 Fragen im Überblick:


Herr Steyer, gerade ist die 2. Auflage Ihres Buches „jQuery – Das universelle JavaScript-Framework für das interaktive Web und mobile Apps“ erschienen. Warum eine neue Auflage?

Das eigentliche jQuery-Framework entwickelt sich permanent weiter. Es gibt sowohl Erweiterungen, aber es wurden auch diverse Dinge über die Zeit aus dem Framework entfernt. Das gilt auch für Frameworks, die auf jQuery aufbauen. Etwa jQuery Mobile oder jQuery UI. Daneben entwickelt sich aber auch das WWW unablässig weiter. Gerade die Neuerungen von HTML5 und JavaScript berühren explizit jQuery. Auch darauf muss ein Buch Rücksicht nehmen und die neue Auflage soll den aktuellen Stand der Technik widerspiegeln. Die diversen Neuerungen haben auch dazu geführt, dass das Buch im Umfang doch einiges gegenüber der ersten Version zugelegt hat.


Was sollte der Leser über Ihr Buch wissen?

Das Buch führt in die Programmierung von Webseite mit jQuery und darauf aufbauenden bzw. damit verbunden Frameworks ein. Es ist explizit für Anfänger geeignet, aber Kenntnisse in der Erstellung einer Webseite (HTML, CSS) sollten vorhanden sein. Grundlagen in JavaScript sind hilfreich. Im Buch lernen Leser, wie sie mit jQuery mächtige Features für RIAs einfach entwickeln und vor allen Dingen damit den Umgang mit JavaScript vereinfachen.


Was wird im Bereich Web gerade diskutiert?

HTML5 und seine Neuerungen sind derzeit im Web heiß. Aber dabei wird gerne übersehen, dass man eigentlich überwiegend Neuerungen erhält, die im Umfeld von JavaScript anzusiedeln und nur unter dem Deckmantel „HTML“ gelabelt sind. Deshalb braucht es Erleichterungen im Umgang mit JavaScript, um einmal diese Neuerungen bequem umzusetzen, auf der anderen Seite aber auch Dinge bereitzustellen, die in HTML5 einmal kommen sollen (Stichwort „Formular-Widgets“), auf längere Zeit jedoch in Browser unterschiedlich oder gar nicht implementiert werden. Das Web fordert diese Dinge jedoch, auch wenn die Umsetzung nicht gewährleistet ist. Da greifen eben jQuery und die darauf aufbauenden Frameworks den Entwicklern unter die Arme. Die zweite heiße Nummer im Web sind skalierbare Web-Applikationen und Webseiten (Responsive Designs) und das „Mobile First“-Paradigma. Auch hier ist jQuery eine wunderbare Basis für Frameworks wie Bootstrap, um diese Anforderungen und Paradigma umzusetzen


Mit jQuery 2 wurden in der Entwicklung des Frameworks zwei Versionsstränge aufgebaut, die beide gepflegt werden. Der neuste Versionstrang 3 ist aber nicht mehr rückwärtskompatibel. Was ist der Grund für diese Strategien?

Bis 2016 wurden mit den Versionen 1.x und 2.x zwei Versionsstränge gepflegt, die sich hinsichtlich der Browserkompatibilität unterscheiden. Insbesondere die alten Versionen des Internet Explorers werden nur von der Versionsschiene 1.x unterstützt. Die Versionen 1.x (ab 1.9) und 2.x besitzen aber hinsichtlich der bereitstehenden Funktionalitäten bzw. Methode eine kompatible API. Die Version 3.0, die im Juni 2016 veröffentlich wurde, hat einen neuen Versionsstrang eingeführt. Dieser ist zwar im Großteil ebenfalls rückwärtskompatibel, aber nicht vollständig. Zum einen verzichtet der Versionsstrang 3.x gänzlich auf die Unterstützung von Internet-Explorer-spezifischen Eigenheiten. Zum anderen wurden mit Version 3.0 diverse Techniken zum Umgang mit Ereignissen entfernt.


Was bietet jQuery dem Anwender?

Die jQuery-Basisbibliothek besteht aus einer JavaScript-Datei, in der alle grundlegenden DOM-, Ereignis-, Effekt- und Ajax-Methoden enthalten sind. Alleine durch Implementierung der jQuery-Datei kann jQuery dann in den JavaScript-Anweisungen benutzt werden. Das Framework stellt eine äußert kompakte Syntax bereit und kapselt Browserabhängigkeiten. Darauf aufbauende Frameworks wie jQuery UI oder jQuery Mobile stellen Widgets für die Interaktion mit Anwendern bereit, die über CSS-Bibliotheken (Themes) beliebig anzupassen sind.